Bundesliga

Furiose Freiburger holen verdientes 2:2-Unentschieden gegen Borussia Dortmund

bz, dpa

Von BZ-Redaktion & dpa

Sa, 05. Oktober 2019 um 17:26 Uhr

SC Freiburg

Der SC Freiburg holt am 7. Spieltag einen verdienten Punkt gegen Borussia Dortmund. Gegen den Champions-League-Teilnehmer trafen Luca Waldschmidt und Vincenzo Grifo.

Vizemeister Borussia Dortmund hat in der Bundesliga zum dritten Mal in Serie eine Führung aus der Hand gegeben und gegen den formstarken SC Freiburg 2:2 (1:0) gespielt. Der eingewechselte Vincenzo Grifo traf in der 90. Minute aus ganz spitzem Winkel Dortmunds Verteidiger Manuel Akanji, von dessen Bein der Ball zum Ausgleich ins Tor rollte und der Mentalitätsdebatte rund um den BVB neue Nahrung einbrachte. Freiburg bleibt durch den Punktgewinn und die beiden ersten Heimtore gegen Dortmund seit mehr als sieben Jahren in der Tabelle der Fußball-Bundesliga vor den Borussen und steht nun punktgleich mit Spitzenreiter FC Bayern München auf Rang zwei. Der BVB ist Siebter.

Waldschmidt trifft erneut

In der am Ende leidenschaftlich geführten Partie vor 24 000 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion hatten Axel Witsel (20.) und Achraf Hakimi (67.) den BVB zwei Mal in Führung geschossen. Luca Waldschmidt traf vor seiner Reise zur deutschen Nationalmannschaft nach 55 Minuten zum 1:1.

Mit Mario Götze in der Startelf und dem Doppeltorschützen von Prag, Hakimi, erneut als Linksaußen versuchte BVB-Trainer Favre den Schwung des 2:0-Erfolgs in der Champions League gegen Prag mit nach Freiburg zu nehmen. Götze aber konnte seine Chance nicht nutzen – und der taktische Plan war zudem früh kaputt. Denn Dortmund musste schon nach 14 Minuten umstellen. Weil Lukasz Piszczek sich verletzte, kam Julian Brandt, rutschte auf Hakimis Position und der Marokkaner rückte in die Viererkette.

Kurz darauf gingen die ballsicheren Gäste dennoch in Führung. Witsel nahm eine von Thorgan Hazard getretene Ecke volley und nagelte den Ball unhaltbar für SC-Torwart Alexander Schwolow ins Netz. Dortmund hatte auch danach wie erwartet mehr Spielanteile, schwebte bei Freiburger Kontern aber mehrfach in höchster Gefahr. Die Gastgeber mussten zwar wie erwartet oft eine hohe Leidensbereitschaft beim Verschieben zeigen, waren im Moment der Balleroberung nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte aber sofort selbstbewusst und suchten den direkten Weg nach vorne.

So sah Twitter das Spiel






Luca Waldschmidt sagte nach dem Spiel beim TV-Sender "Sky": "Wir sind gut ins Spiel gekommen. Klar, Dortmund hat es auch gut gemacht. Wir sind aber drangeblieben, waren auch gefährlich und haben nie aufgegeben." Wie auch gegen Düsseldorf hatte er mit einem sehenswerten Distanzschuss getroffen – mit Blick auf sein zweites Tor in Folge sagte er: "Die ersten zwei Schüsse sind nicht so gut gekommen, aber ich hatte dennoch ein gutes Gefühl danach."

"Man hat gesehen, dass wir alles reingehauen haben – das ist gegen Dortmund auch nötig. Wir wurden dafür belohnt und können einen Punkt mitnehmen" Luca Waldschmidt

Vor allem Waldschmidt, der tags zuvor zum zweiten Mal für die Nationalmannschaft nominiert wurde und nach zuletzt drei Partien als Einwechselspieler anstelle von Nils Petersen in die Startelf rückte, war eine Bedrohung für den Dortmunder Kasten. Sowohl ihm selbst (17./40./50.) als auch dem von ihm in Szene gesetzten Freiburger Kapitän Christian Günter fehlten aber lange stets wenige Zentimeter (25.) und Freiburgs Trainer Christian Streich musste fast eine weitere Stunde auf das erste Heimtor seiner Amtszeit gegen den deutschen Vizemeister aus Dortmund warten.

Nach 55 Minuten machte es Waldschmidt aber besser und beendete die siebeneinhalb Jahre anhaltende Durststrecke mit dem Ausgleich. Nach Vorarbeit von Jonathan Schmid platzierte der 23-Jährige den Ball aus 17 Metern rechts unten im Eck - und Freiburg war virtuell plötzlich punktgleich mit Tabellenführer FC Bayern München.

Dortmund schien angeschlagen

Dortmund schien angeschlagen und ließ sich von Freiburg minutenlang in die eigene Hälfte drängen. Nach den zuletzt aus der Hand gegebenen Siegen gegen Frankfurt und Bremen (je 2:2) und der daraus resultierenden Mentalitätsdebatte war der BVB offenbar beeindruckt. Lange währte die Phase aber nicht. Hakimis scharfe Hereingabe rutschte von Lukas Küblers Wade ins Tor und brachte Dortmund wieder in Führung. Freiburg gab sich aber nicht geschlagen, drückte immer wieder in Richtung Tor und belohnte sich durch Grifos Glücksschuss.

"Man hat gesehen, dass wir alles reingehauen haben – das ist gegen Dortmund auch nötig. Wir wurden dafür belohnt und können einen Punkt mitnehmen", sagte der Waldschmidt ferner. Auf seine persönliche Situation angesprochen – zuletzt war Waldschmidt stets von der Bank gekommen, gegen Dortmund war er in der Startformation – sagte der Stürmer: "Klar, es ist manchmal nicht einfach, jeder will spielen. Aber jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft – das macht uns aus, wir sind ein Team. Da geht es nicht um Einzelne, wir gehören zusammen."
Die Statistik:

SC Freiburg: Schwolow - Kübler (84. Grifo), R. Koch, Heintz - Schmid, Abrashi (75. Petersen), Höfler, Günter - Haberer, Höler (68. Sallai) - L. Waldschmidt
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek (14. Brandt (87. Schmelzer)), Akanji, Hummels, Guerreiro - Witsel, Delaney - T. Hazard (63. Sancho), Reus, Hakimi - M. Götze

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen) - Zuschauer: 24000 (ausverkauft). Tore: 0:1 Witsel (20.), 1:1 L. Waldschmidt (55.), 1:2 Hakimi (67.), 2:2 Akanji (90./Eigentor). Gelbe Karten: - / Hummels (2), Delaney (1), Hakimi (2) B

Die Tabelle

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