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BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 27. Februar 2021

Haus & Garten

Ökologische Baustoffe liegen im Trend.

Nachhaltigkeit spielt beim Bauen eine immer größere Rolle. Welcher Art umweltfreundliche Materialien sind und wie Bauherren und Sanierer sie identifizieren können, erläutert Modernisierungsberater Thomas Billmann von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Ökologische Baustoffe sollen die Umwelt schonen und die CO2- Bilanz verbessern, wenn sie aus natürlichen Rohstoffen bestehen und leichter zu recyceln sind. Außerdem haben sie bei der Herstellung oft einen niedrigeren Energieverbrauch als konventionelle Materialien. "Wer beim Hausbau so klimaneutral wie möglich bauen will, darf also nicht nur das Material isoliert betrachten, sondern muss den gesamten Kreislauf von Produktion bis Abbau einbeziehen", meint Billmann.

Diese Materialien können den Klimaschutz befördern:
» Holz: Es gilt derzeit als wichtiger Baustoff der Zukunft, hat hervorragende Dämmeigenschaften, ist vielseitig einsetzbar und zählt zu den nachwachsenden Rohstoffen. Außerdem bindet Holz CO2. Wie nachhaltig Holz als natürlicher Baustoff ist, hängt auch davon ab, aus welchem Land und Anbau das Holz stammt und wie es verarbeitet wurde.
Lehm: Er sorgt für ein angenehmes Raumklima und bindet Schadstoffe – und ist als ökologischer Baustoff vollständig wiederverwertbar. Nachteil: Die Trockenzeit von Lehm nach dem Verbauen beträgt bis zu zwei Wochen. In dieser Zeit müssen Lehmbauten komplett vor Niederschlägen geschützt werden.
Kork: Er kann für Dach, Decken und Wände in Form von Korkdämmplatten verwendet werden sowie als Füllmaterial für Deckenhohlräume. Der Vorteil: Kork muss nicht zusätzlich behandelt werden und schützt damit auch die Gesundheit der Bewohner. Nachteil: Das Material ist aus deutscher Sicht kein heimischer Rohstoff und hat dadurch lange Transportwege.

Gerade im Bereich der Dämmung gibt es inzwischen viele ökologische Alternativen zu den klassischen Polystyrolplatten, die als Nachteil die Entsorgungsproblematik haben: Hanf, Schafwolle, Flachs und Stroh sind umweltfreundliche Alternativen. Und sie sind fast unbegrenzt verfügbar und haben einen geringen Energieaufwand bei der Herstellung. So benötigen Flachsfaserplatten bei der Herstellung 15-mal weniger Energie als konventionelle Dämmplatten. Sie kosten allerdings auch deutlich mehr.

Doch wie können Bauherren den Überblick über die möglichen Alternativen behalten? "Es gibt zahlreiche Ökosiegel, die sehr unterschiedlich strenge Richtlinien vorgeben", erklärt Billmann. Das Umweltsiegel "Blauer Engel" ist eines der ältesten und bekanntesten Umweltsiegel. Weitere seriöse Siegel sind Eco Institut, IBU und Nature Plus. Die Materialkosten dieser zertifizierten Baustoffe liegen immer noch über den Kosten für konventionelles Baumaterial. "Rund ein Fünftel mehr an Material- und Verarbeitungskosten müssen Bauherren einplanen. Ein Teil dieser Mehrkosten kann aber durch staatliche Förderprogramme wieder eingespart werden", so der Schwäbisch-Hall-Experte.