Revolte im 16. Jahrhundert

Geliebt und gefürchtet: der Bundschuh-Führer Joß Fritz

Thomas Adam

Von Thomas Adam

Sa, 23. September 2017 um 00:00 Uhr

Südwest

BZ-Plus Vor 500 Jahren war Baden in Aufruhr. Unter dem Zeichen des Bundschuhs soll ein Bauernaufstand geplant sein. Die treibende Kraft: Joß Fritz. Ein Mann, der die Behörden in Angst versetzte.

September 1517: Ein Gespenst geht um am Oberrhein – das Gespenst einer Bauernverschwörung unter dem aufständischen Zeichen des Bundschuhs. Ein Gespenst im eigentlichen Sinn des Wortes, denn wirklich greifbar wird das, was die Beamten und Ratsschreiber fast überall zwischen Neckar und Schweizer Grenze in Unruhe versetzt, nur in höchst schemenhaften Umrissen. Aber allein schon diese Umrisse bergen für die Obrigkeiten – in unliebsamer Erinnerung an frühere, ähnliche Aufstandsversuche – jede Menge sozialrevolutionären Sprengstoff und scheinen eine eklatante Bedrohung der politischen Machtverhältnisse jener Zeit darzustellen.
Die Fakten: Anfang September setzt der markgräfliche Vogt Jakob Nagel auf seiner Burg Rötteln oberhalb von Lörrach zwei Männer gefangen, einer davon Michel von Dinkelsbühl mit Namen, ein Landstreicher und den eigenen Aussagen nach Mitverschwörer im Bundschuh. Gegenüber seinen Verhörrichtern macht Michel Angaben zu mehreren Hundert weiteren Eingeweihten, teilweise mit überaus detailreichen Personenbeschreibungen. Noch werde der geplante Bundschuhaufstand im Verborgenen vorbereitet, das baldige Losschlagen aber sei bereits ausgemachte Sache.
Die Revolte soll im Elsass beginnen
Den Bundschuh aufwerfen, die offene Revolte beginnen wolle man zuerst drüben im Elsass, im kleinen Reichsstädtchen Rosheim. Der Stichtag: Die Kirchweihfeier, Anfang September, hier solle zuerst die Bundschuhfahne wehen. Immerhin die Hälfte der Einwohner sei bereits auf Seiten des kämpferischen Bauernbundes, zweitausend weitere würden, so rechneten die Anführer, bewaffnet hinzuziehen. Gemeinsam werde man Hagenau, den Hauptort der Reichslandvogtei Elsass, belagern und nehmen. Landsknechte ohne Sold seien angeworben, derer man sich vom Tag des Aufstandes an als kampferprobte Männer bedienen werde.
Ähnliche Pläne wie für das Elsass kursieren für die rechte Rheinseite. Auch hier ist die entscheidende Hoffnung der Bundschuher, "das gemein volk an sich" zu bringen, es also nach dem offenen Losschlagen für die Ziele des Aufstandes zu gewinnen. Für den 26. September ist die ...

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