Gemeinsame Eckpunkte

dpa

Von dpa

Mo, 18. Mai 2020

Theater

Die Kulturminister wollen weitere planvolle Öffnung.

Für mehr kulturelles Leben in der Corona-Krise haben sich die Kulturminister von Bund und Ländern auf gemeinsame Eckpunkte verständigt. In einem sechsseitigen Konzept für Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder spricht sich die Ministerrunde für "eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten" aus. "Eine dauerhafte Schädigung der reichhaltigen Kulturlandschaft hierzulande muss verhindert werden", heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier.

Aus Sicht der Kulturminister haben während der Pandemie "viele Akteure eine beachtliche Kreativität entwickelt, um ihr Publikum digital zu erreichen und somit einen eigenen Beitrag zur kulturellen Grundversorgung zu leisten". Die Krise bedeute für Kunst- und Kulturschaffende einen tiefen Einschnitt in künstlerische Freiräume. Mit der Öffnung erster Bibliotheken, Museen oder Ausstellungshäuser seien wichtige Schritte getan worden. Für ihre weitergehenden Vorschläge berufen sich die Kulturminister auf Konzepte von Branchen- und Berufsverbänden, die "eine bundesweit möglichst einheitliche und transparente sowie sichere Handhabung" gewährleisteten. Voraussetzung für Lockerungen seien die Entwicklung der Infektionszahlen. Zur Begrenzung von Besucherzahlen sollen in Theatern Sitzplätze und -reihen ausgelassen werden. Zum Schutz künstlerischer Akteure sind unterschiedliche Regelungen für Darsteller auf der Bühne, Orchestermusiker, Chorsänger, Tänzer oder Schauspieler notwendig. Laut Kulturminister müssen Programme den veränderten Bedingungen angepasst werden.

Dabei sei "ein Höchstmaß an Flexibilität erforderlich". Das Papier für Merkel und die Länderchefs empfiehlt eine "möglichst zügige Wiederaufnahme des Probenbetriebs für möglichst alle Sparten". Kinos sind nach Erkenntnis der Kulturminister "wesentlich vom überregionalen, oft bundesweit einheitlichen Programmangebot und Filmstarts der Verleiher abhängig". Zur finanziellen Stützung der Szene setzt Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf ein "Rettungs- und Zukunftspaket" des Bundes. "Ziel ist es, die deutsche Kulturlandschaft mit ihren speziellen Bedürfnissen und in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten und möglichst rasch wieder viele Arbeitsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler sowie für weitere Beschäftigte im Kulturbetrieb zu schaffen", sagte die CDU-Politikerin.