Urban Gardening

Generationengarten in Müllheim legt gelungenen Start hin

Volker Münch

Von Volker Münch

Fr, 14. Mai 2021 um 15:03 Uhr

Müllheim

Gemeinschaftsgärten in städtischem Umfeld werden immer beliebter. Der Verein Generationen Netz in Müllheim hat einen neu angelegt. Und kann schon nach wenigen Monaten von Erfolgen berichten.

Der Verein Generationen Netz in Müllheim gestaltet ein knapp 1000 Quadratmeter großes Gartengrundstück am Warmbach zu einem Generationengarten um. Dort will der Verein einen Ort der Begegnung schaffen und gleichzeitig das aktive Gärtnern im städtischen Umfeld – weithin als "Urban Gardening" bekannt – fördern. Die Stadt hat der Initiative tatkräftig unter die Arme gegriffen und ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Der Gemeinderat quittierte einen ersten Zwischenbericht mit Zustimmung und großem Wohlwollen.

Das Generationen-Netz macht mit seinen Projekten schon längere Zeit von sich reden. So reaktivierte der Verein den Hebelpark, schuf mit Unterstützung der Stadt eine attraktive Naherholungszone und holte damit den Park aus der "Schmuddelecke" hervor. Jetzt folgt mit dem Generationengarten das nächste Projekt, dessen Erfolg sich ebenfalls schon in einer frühen Phase abzeichnet.

Dazu suchte der Verein ein Grundstück möglichst in Innenstadtlage. Die Idee wurde von der Stadtverwaltung schnell und nach den Worten von Hans Richter, Erster Vorstand des Generationen Netzes, sehr wohlwollend aufgegriffen. Der für die städtischen Liegenschaften zuständige Fachbereichsleiter Patrick Weichert wurde an der Ecke Ziegleweg und Kochmatt fündig. Dort befand sich ein städtisches Grundstück, das schon länger nicht mehr genutzt wurde und verwildert war. "Wir haben im Februar dem Bürgermeister unser Konzept vorgelegt und bereits im März einen sehr fairen Pachtvertrag erhalten", lobt Richter die Stadt. Dieser Vertrag läuft vorerst bis Ende Februar 2026 mit einer Option, den Pachtvertrag alle zwei Jahre zu verlängern.

Gegärtnert wird zwischen 5 und 88 Jahren

Schon jetzt beteiligen sich zahlreiche Menschen an der Umgestaltung des Gartengrundstücks. "Wir haben mittlerweile ganze Familien, die sich engagieren. Der Jüngste ist fünf Jahre und unser ältester Senior blickt auf 88 Lebensjahre", betont Hans Richter. Wer mitwirken möchte, muss Mitglied im Verein werden, weil die Nutzung ohne eine Mitgliedschaft eine nicht zulässige Unterverpachtung darstellen würde, erklärt Richter.

Das Grundstück wurde anhand eines Flächenplans strukturiert, die Gestaltung ist seit Anfang März bereits erstaunlich weit fortgeschritten. Vor der Gartenhütte wurde ein großer Bereich gepflastert, unter groß gewachsenen Bäumen wird eine Bank aufgestellt, an die Terrassenfläche schließt sich ein Kinderbereich an. Diese Gestaltungsflächen dienen vor allen Dingen als Orte der Begegnung und der Erholung – ganz nach der Lesart des Vereins natürlich für alle Generationen.

Weiterhin entsteht ein Pflanzenstreifen mit blühenden Stauden, die den Insekten als Nahrungsquelle dienen werden. Zwei Hochbeete wurden ebenfalls installiert und bereits bepflanzt, weitere Beete sollen folgen. Dort soll das aktive Gärtnern der Mitglieder erfolgen. Flankiert werden diese Flächen von einem Kräutergarten und einem Insektenhotel, das Grundstück wird mit einem Grünstreifen und einer Zaunanlage umgeben. "Wir kommen schnell voran. Spätestens nach den Sommerferien sollen die Flächen für Gemüse und Obst fertiggestellt sein", berichtet Hans Richter weiter.

Die Idee vom gemeinsamen Gärtnern über alle Generationen hinweg scheint aufzugehen: Mittlerweile beantragen immer mehr Menschen eine Mitgliedschaft, darunter betagte Senioren ebenso wie Familien, die sich mit ihren Kindern in das Projekt tatkräftig einbringen. Seit Ende März seien 14 neue Mitglieder dem Verein beigetreten, der heute vier Generationen abdeckt. "Das sind, Stand heute, 68 Mitglieder und es werden von Woche zu Woche mehr", freut sich der Vorsitzende. Viele der neuen Mitglieder seien zufällig an dem Grundstück vorbeigekommen, hätten neugierig die Aktivitäten beobachtet und sich nach den Projekt erkundigt.

Der Generationengarten kostet auch viel Geld. Deshalb sind Hans Richter und sein Vorstandsteam glücklich über die vielen Spenden von Firmen und Privatleuten. "Wir brauchen allerdings noch deutlich mehr Unterstützung", wirbt Richter um weiteres Engagement. Dabei lobt er zahlreiche regionale Firmen, die das Projekt bereits kräftig unterstützt hätten.

Lässt es die Corona-Pandemie zu, dann wird der Generationengarten am 4. Juni um 16 Uhr mit einer kleinen Feier offiziell eingeweiht, ansonsten zu einem späteren Zeitpunkt.

Wer den Generationengarten unterstützen oder weitere Informationen anfordern möchte, kann sich an Hans Richter, Tel. 07631/173518, wenden oder die Homepage unter http://www.genem.de besuchen. Dort finden sich weitere Ansprechpartner.