Geplatzter olympischer Medaillentraum

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Mi, 04. August 2021

Radsport

Der Unterbaldinger Domenic Weinstein kämpft heute im Bahnrad-Vierer in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung um Rang fünf.

. Die 3:50-Minuten-Marke wollten sie unterbieten. Ein Ziel, das der Unterbaldinger Domenic Weinstein, Felix Groß, Theo Reinhardt und Leon Rohde am Dienstagmorgen bei den Olympischen Spielen locker übertrumpften. In der ersten Runde der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung raste der deutsche Bahnvierer im südjapanischen Izu in 3:48,861 Minuten zum deutschen Rekord und verbesserte damit die eigene Bestmarke um rund anderthalb Sekunden. Ein Erfolg, dem rasch Ernüchterung folgte, denn im Fernvergleich mit den weltbesten Teams galt es einen Rückstand von mehr als sechs Sekunden zu verdauen. Den Kampf um die Medaillen, der am Mittwochmorgen ausgefahren wird, hatte das BDR-Quartett schon tags zuvor in der Qualifikation verloren, beim einsamen Vierkampf gegen die Uhr blieb nur Rang sieben.

Auf dem mit sibirischer Fichte belegten 250 Meter langen Bahnoval in Izu gab es am Dienstagmorgen dramatische Wettkämpfe. Bei der Raserei um den Finaleinzug markierte das italienische Quartett mit dem amtierenden Straßen-Zeitfahrweltmeister Filippo Ganna in 3:42,307 Minuten einen neuen Weltrekord und distanzierte den neuseeländischen Vierer (3:42,397), der 150 Meter vor Schluss noch vorn lag, um einen Wimpernschlag. Im Kampf um Gold treffen die Italiener auf das dänische Quartett, das trotz Sturz das Finale erreichte.

Auf der letzten Runde hatte der Däne Frederik Madsen, Kopf und Blick nach unten, den vor ihm am blauen Bahnrand rollenden, abgehängten dritten Briten übersehen und bei einem dramatischen Auffahrunfall von der Strecke gerammt. Nach langer Diskussion erklärte die Jury die Dänen zu Siegern und Gold-Kandidaten. Davon profitierte das Team um Weinstein. Da die Briten das Rennen nicht beenden konnten, wurden sie auf Rang acht gesetzt und bestreiten den Kampf um Rang sieben. Der BDR-Vierer fährt heute wie in Rio um Rang fünf, mit gedämpften Erfolgsaussichten. Den Vergleich mit dem kanadischen Quartett (3:46,769) hatten Weinstein und seine Teamkollegen trotz BDR-Rekord am Dienstag mit mehr als zwei Sekunden Rückstand verloren.