Geschichten und Songs auf Alemannisch

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 05. Juni 2019

Schopfheim

Die Mundartkünstler Martin Lutz und Markus Manfred Jung am Theodor-Heuss-Gymnasium.

SCHOPFHEIM (BZ). Im Rahmen der 31. Internationalen Schopfheimer Mund-Art-Literatur-Werkstatt fanden zwei der drei vom Friedrich-Bödecker-Kreis Stuttgart unterstützten Lesungen am Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim statt. Der alemannische Liedermacher Martin Lutz aus Neuenburg war zu Gast in der Klasse 10b von Lehrerin Johanna Weis, Markus Manfred Jung, bis vor kurzem noch selbst Lehrer am THG, besuchte die Klasse 5a von Clemens Barth.

Nachdem Martin Lutz den Zehntklässlern einige seiner fetzigen Songs vorgetragen und den Schülern erklärt hatte, warum er so laut singe – nämlich weil er aus der Rocksong-Generation stamme –, erzählte er, warum er im Dialekt singt: Lutz hob die hohe musikalische Qualität des Alemannischen hervor und sagte, dass dieser sehr konkret und in Bildern den Alltag widerspiegeln könne. Ein Schüler behauptete daraufhin, in Schopfheim spräche kein junger Mensch mehr Alemannisch, worauf ihm einige Mitschüler heftig widersprachen. In der zweiten Schulstunde leitete Lutz die Schülerinnen und Schüler an, selber einen Song zu schreiben, sei es in Mundart oder Hochdeutsch. Markus Manfred Jung erzählte den Fünftklässlern die spannende Geschichte "De Überfall", die von einem Anschlag aufs Asylbewerberheim in Wehr handelt. Jung bezog dabei die Schülerinnen und Schüler, von denen die meisten in Wehr wohnen, durch Fragen mit in die Erzählung ein. In der zweiten Schulstunde schrieben die Schüler mit Hilfe des neu erschienenen Heftes "Meine ersten tausend Wörter auf Alemannisch" eigene kleine Geschichten und durften diese dann vorlesen.