Umfrage

Gespräche und Vorbilder helfen Kindern gegen Corona-Stress

dpa

Von dpa

Mo, 20. September 2021 um 15:32 Uhr

Liebe & Familie

Rad fahren, ruhige Vorbilder, Gespräche in der Familie: Eltern haben in der Corona-Pandemie verschiedene Wege gewählt, um den Stress für ihre Kinder zu reduzieren.

In einer Forsa-Umfrage gaben viele von ihnen an, es helfe ihrem Kind, wenn sie als Vorbild ruhig blieben (89 Prozent) oder man etwas unternehme, zum Beispiel Rad fahre oder Gesellschaftsspiele spiele (89 Prozent). Viel miteinander zu reden (84 Prozent), die coronabedingten Einschränkungen verständlich zu erklären (75 Prozent) und mit den Großeltern eine Videokonferenz zu haben statt sie persönlich zu treffen (57 Prozent) helfe ebenso.

Forsa befragte im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse bereits im Frühjahr 1002 Eltern schulpflichtiger Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren, die Auswahl war den Angaben nach repräsentativ. Die Ergebnisse wurden nun zum Weltkindertag am 20. September veröffentlicht. KKH-Psychologin Franziska Klemm erklärt dazu: "Regelmäßige Gespräche über Ängste, Wünsche und Sorgen können helfen, jedes Familienmitglied wahrzunehmen und Verständnis füreinander zu schaffen." In mehr als jeder zweiten Familie (57 Prozent) habe es zudem geholfen, die Kinder in die Arbeit im Haushalt einzubeziehen. "Sich nützlich fühlen und gebraucht zu werden, vermittelt immer ein gutes Gefühl. Das gilt nicht nur in Krisensituationen", so die KKH-Psychologin.

Mehr als drei Viertel der Eltern (77 Prozent) gaben an, die Schulschließungen und die anderen coronabedingten Einschränkungen hätten beim eigenen Kind Stress verursacht. Besonders oft wurden als Stressfaktoren genannt, dass sich Kinder nicht mit Freunden treffen konnten (85 Prozent) und Freizeitaktivitäten wie Vereine fehlten (81 Prozent). Auch das digitale Lernen zu Hause (56 Prozent) und das Alleinsein, weil sie selbst arbeiten mussten und Schulen geschlossen waren (32 Prozent), machten Eltern oft als Grund für zusätzliche Belastung aus.