Getrennte Welten

dpa

Von dpa

Sa, 16. Mai 2020

1. Bundesliga

Vor, während und nach den Spielen in den Fußball-Bundesligen gibt es jede Menge Ge- und Verbote / Keine Maskenpflicht für Trainer.

FRANKFURT (dpa). Bloß nichts falsch machen! Vor den ersten Geisterspielen an diesem Wochenende haben die Clubs der ersten und zweiten Bundesliga von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein 35-seitiges Papier erhalten, welche präventive und hygienische Maßnahmen umzusetzen sind. Eine Herkulesaufgabe – und viele haben Angst vor Fehlern angesichts der gesellschaftlich aufgeladenen Debatte. Hier die wichtigsten Punkte aus dem Organisationsplan:

Anreise der Teams
Die Anreise der Gastmannschaft erfolgt wegen der Distanzregelungen in mehreren Bussen. Spieler der Heimmannschaft sollen – am besten einzeln – in Pkw kommen.

Personen im Stadion
Die Arenen werden in drei Zonen eingeteilt: Stadioninnenraum (unter anderem Spielfeld, Spielertunnel und Kabinen), Tribüne und Stadionaußengelände. Der gastgebende Club hat darauf zu achten, dass zeitgleich maximal etwa 300 Personen auf dem gesamten Gelände anwesend sind. In jeder Zone dürfen höchstens etwa 100 Personen zeitgleich sein, im Innenraum neben den Spielern und Schiedsrichtern nur zehn Mitglieder der Funktionsteams, vier Balljungen (mit Mund-Nase-Schutz), drei Fotografen, vier Sanitäter, vier Ordner, 15 Personen aus den Bereichen TV-Signal, Videobeweis und Datenerhebung. Auf der Tribüne sitzen während des Spiels auch zwei Dopingkontrolleure, die Zugang zu den Kontrollräumen haben. Greenkeeper dürfen vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeit auf den Rasen.

Kabinenleben
Möglichst viele Räume sollen – zur Einhaltung der Mindestabstände – zur Verfügung gestellt und zwischendurch desinfiziert werden.

Einlaufen der Teams
Die Teams kommen getrennt, auch vom Schiedsrichter-Gespann, auf den Platz. Keine Einlaufkinder, keine Maskottchen, kein gemeinsames Aufstellen und kein Handshake bei der Platzwahl.

Auf der Bank
Nur jeder zweite bis dritte Platz darf besetzt werden. Zusätzliche Sitzmöglichkeiten und Plexiglas-Trennungen sind vorgesehen. Alle Personen müssen Maske tragen. Fast alle. Die Maskenpflicht für Trainer wurde nun aufgehoben. "Durch einen Mund-Nasen-Schutz würde ihre Tätigkeit als Trainer – inklusive der Erteilung von Anweisungen sowie angewandter Mimik und Gestik – erheblich eingeschränkt ", sagt DFL-Direktor Ansgar Schwenken. Den Abstand von 1,5 Metern zur nächsten Person müssen die Trainer aber gewährleisten.

Verhalten im Spiel
Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen sind zu unterlassen. Kurzer Ellenbogen- oder Fußkontakt ist erlaubt. Ein- und Auswechslungen sollen ohne Abklatschen erfolgen. Keine Rudelbildung, nur personalisierte Trinkflaschen. Und: "Ausstoß von Speichel (Spucken) vermeiden", heißt es.