Einsatzkräfte

Gewalt gegen Retter: Sie wollen helfen, doch sie werden angegriffen

Karl-Heinz Fesenmeier und Franz Schmider

Von Karl-Heinz Fesenmeier & Franz Schmider

Mi, 05. Juni 2019 um 20:54 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Immer öfter werden Sanitäter, Feuerwehrmänner oder Polizisten im Einsatz beschimpft oder angegriffen. Auch auf den Ämtern in Südbaden wird der Umgangston schärfer.

Die Veränderungen geschehen schleichend, kaum bemerkbar – aber dann gibt es doch so etwas wie Wegmarken. Die beiden Männer im Eingangsbereich des Landratsamtes in Freiburg können als Beispiel dienen. Seit Jahresbeginn stehen sie hier, nicht immer diese beiden Personen, aber doch zwei nicht eben schmächtige Herren mit breitem Gürtel und dunkler Jacke mit einem "Security"-Aufnäher. Es sind keine Türsteherformate, aber sie sind sicht- und erkennbar. Und das soll so sein: ein Signal als Reaktion.
Katharina Sutor ist sichtlich bemüht, die Wirkung dieses Zeichens nicht zu übermächtig werden zu lassen. "Man muss sagen, dass sich der überwiegende Teil der Leute, die kommen, vollkommen korrekt verhält." Sutor ist stellvertretende Leiterin des Dezernates Verkehr und öffentliche Ordnung des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald.
Vielen würden denken: Ich bin im Recht und ihr seid blöd
Sie gehört in der Verwaltung zu jenen, die besonders häufig mit Bürgern als Kunden Kontakt hat: Fahrzeugzulassung, Führerscheinstelle, Ordnungswidrigkeiten. In den meisten Fällen sind das Dinge, die alle benötigen, die aber umgangssprachlich niemand braucht. "Die Leute kommen ja nicht freiwillig, sondern weil sie einen Bescheid bekommen haben oder etwas erledigen müssen." Man kann Katharina Sutor nicht vorwerfen, dass sie im Grundsatz kein Verständnis hat.
Und dennoch bleibt das Aber nicht aus. "Viele Beschwerden, auch berechtigte, werden einfach nicht mehr in angemessener Form vorgebracht", sagt die Juristin. Es gelte der Grundsatz: Ich bin im Recht und ihr seid blöd. Manchmal seien es Kleinigkeiten, vermeintliche Nichtigkeiten. Ein Beispiel: Kurze Autokennzeichen sind sehr beliebt. Werde der Wunsch nicht erfüllt, müssten sich ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahllos eine Auswahl an Beleidigungen anhören, die die deutsche Sprache zu bieten hat.
Dabei sei es meistens so, dass einfach kein entsprechendes Kennzeichen frei ...

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