Gewerbe im Baudenkmal?

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Mi, 15. September 2021

Efringen-Kirchen

Christian Frank möchte aus der Güterhalle eine Schreinerei machen.

(hf). Ist die denkmalgeschützte Güterhalle am Bahnhof Efringen-Kirchen gewerblich nutzbar? Diese Frage will die Gemeinde vom Landratsamt nun klären lassen.

Auslöser ist eine Voranfrage von Christian Frank, dessen Schreinerei derzeit auf die Standorte Efringen-Kirchen (Büro) und Kandern (Werkstatt) verteilt ist. Frank würde in der Güterhalle, wenn eine Umnutzung kommen sollte, zwischen drei und fünf Mitarbeitende beschäftigen. Im Technischen Ausschuss waren die ersten Reaktionen auf diese Bauvoranfrage geteilt: Bernd Münkel wies darauf hin, dass die Güterhalle ein historisch bedeutsames Gebäude sei, das sicher schon 100 Jahre an den Gleisen stehe. Er hielt es für geboten, das Gebäude in authentischer Form zu erhalten, was aus seiner Sicht Gewerbe ausschließt. Selina Denzer könnte sich ein Gewerbe dagegen durchaus vorstellen, allerdings äußerte sie die Sorge, dass die starke Nutzung des umgebenden Park-and-Ride-Platzes in Konflikt mit dem Kunden- und Warenverkehr der Schreinerei geraten könnte.

Ein historisches Gebäude einem Gewerbebetrieb zur Nutzung zu überlassen, könne auch positive Seiten haben, wenn man die Nutzung in einem Vertrag intelligent regle, meinte Bürgermeister Philipp Schmid. Die Substanz werde erhalten, das Gebäude werde geheizt und es sei ständig jemand vor Ort. "Wir brauchen aber erst einmal Leitplanken, ob eine gewerbliche Nutzung aus Sicht des Denkmalschutzes und des Brandschutzes überhaupt möglich ist", sagte er. Schmid hat wie die Mehrheit des Ausschusses gegen eine Nutzungsänderung grundsätzlich nichts einzuwenden.

Erst wenn die Behörde eine gewerbliche Nutzung nicht ausschließt, will sich die Gemeinde mit weiteren Schritten beschäftigen. Die Halle, die der Gemeinde gehört, wird vom Museum als Depot und vom Gewerbeverein zur Lagerung der Weihnachtsmarkt-Stände genutzt. Ein Verkauf des Gebäudes kommt aus Schmids Sicht eher nicht in Frage. Der Bereich ist als Mischgebiet ausgewiesen, in dem "nicht störendes Gewerbe" erlaubt ist. Bauamtsleiter Marc Braun kann sich gut vorstellen, dass die Schreinerei dies durch Lärm- und Emissionsgutachten nachweisen müsse. Die Güterhalle sei früher schon einmal gewerblich genutzt worden, ergänzte Joachim Wechlin.