Gibt es bald mehr Anlagen für Solarstrom?

Savanna Cosma

Von Savanna Cosma

Mi, 24. November 2021

Kirchzarten

Gemeinde Kirchzarten stimmt für Potentialanalyse.

Wie groß das Potential für Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern Kirchzartens ist, sollen Gebäudebesitzerinnen und -besitzer bald per Mausklick einsehen können: Nach Glottertal, St. Peter, St. Märgen, Buchenbach und Stegen stimmte hierfür nun auch Kirchzarten der Erstellung einer Solarpotentialanalyse durch das Freiburger Start-up-Unternehmen Greenventory zu. Geschätzten Kosten für Kirchzarten: 10 000 bis 12 000 Euro.

"Wenn es um den Klimaschutz geht, ist jeder Einzelne gefordert", sagte Bürgermeister Andreas Hall im Rat. Eine erste Orientierung bietet bereits ein 2013 erstelltes Solarkataster. Die von Greenventory angebotene Solarpotentialanalyse gehe weit darüber hinaus, so Hall. Unter anderem soll das webbasierte Tool zusätzlich anzeigen, wie viel Strom die Anlage erzeugen kann und die Möglichkeit bieten, sich von Fachfirmen ein konkretes Angebot zuschicken zu lassen. In Staufen läuft ein entsprechendes Pilotprojekt.

Susanne Vogler (SÖW) bezeichnete das Vorhaben als "super Projekt, um jetzt etwas machen zu können". Andere Räte signalisierten ebenfalls ihre Zustimmung. "Da geht was", lobte etwa Karin Hauser (Grüne). Aber nur weil den Einwohnern ein solches Werkzeug an die Hand gegeben wird, glaube sie nicht, dass ein großer Effekt erzeugt wird. Deshalb schlug sie vor, jemanden dafür zu bezahlen, der von Tür zu Tür geht und die Menschen direkt auf das PV-Anlagenpotential ihrer Dächer anspricht. Auch Manfred Kaufmehl (FWG) betonte, wie wichtig die Nutzung durch die Bürger sei. "Dafür muss die Werbetrommel gerührt werden".

Ein Knackpunkt bei der Umsetzung ist die Verfügbarkeit von Handwerkern und PV-Modulen. "Wenn das Projekt nur ähnlich erfolgreich wie in Staufen läuft, sollten die hiesigen Unternehmen darauf vorbereitet werden", so Stefan Saumer (SPD). In Staufen habe es einen "Run" auf PV-Anlagen gegeben, so Andreas Hall. "Dort gab es aber ein kommunales Förderprojekt mit Zuschüssen". Ob dies auch für Kirchzarten sinnvoll wäre, müsse diskutiert werden.