Gottenheim will das Parken im Ort neu regeln

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Sa, 13. Juni 2020

Gottenheim

Gemeinderat billigt Auftrag für ein Verkehrs- und Parkraumkonzept und investiert 17 250 Euro / Einheitliche Beschilderung.

. Mit neun zu drei Stimmen sprach sich der Gottenheimer Gemeinderat jetzt dafür aus, das Freiburger Ingenieurbüro Misera mit dem Erstellen eines Verkehrs- und Parkraumkonzeptes zu beauftragen. Die Kosten hierfür liegen bei rund 17 250 Euro. "Früher herrschte auf der Bahnhofsachse, in der Schulstraße und vor dem Kindergarten Chaos, doch derzeit ist es ruhig und kaum jemand nutzt den öffentlichen Nahverkehr", erläuterte Bürgermeister Christian Riesterer den Gemeinderäten die aktuelle Situation. Doch vor der Corona-Krise habe es hier und an anderen Stellen im Dorf vielfach Probleme sowohl mit dem ruhenden als auch mit dem fahrenden Verkehr gegeben, daher wolle man das Thema schon lange angehen. Und mit einem nicht direkt ausgesprochenen Wink in Richtung Nachbargemeinde Bötzingen, die im Frühjahr einen Gemeindevollzugsdienst eingeführt hatte, sagte Riesterer: "Besser, man ordnet erst und beginnt dann mit Kontrollen, sonst ist später der Verdruss groß."

In Gottenheim gebe es 1237 Wohnungen, und es seien 1670 Pkw zugelassen. Theoretisch dürfte es da bei den vorgeschriebenen 1,5 Stellplätzen je Wohneinheit ausreichend Parkplätze im Dorf geben, erklärte Verkehrsplanerin Daniela Misera. Doch die Realität mit zugeparkten Gehwegen und durch abgestellte Autos verengten Straßen sehe anders aus. Ein Parkraumkonzept verfolge folgende Strategien, um den Problemen Herr zu werden: Es gelte, die vorhandenen Stellplätze besser auszulasten, die Straßenräume und Parkflächen neu zu ordnen, sie gegebenenfalls auf Nutzergruppen zu beschränken, dabei die Rettungswege sicherzustellen und verständliche Regelungen mit einer einheitlichen Beschilderung zu schaffen. Wichtig sei ihr, betonte die Planerin, dabei mit Augenmaß vorzugehen und dennoch die Verkehrssicherheit deutlich zu verbessern. Ohne Kontrollen werde das aber nicht gehen.

Im Vorfeld müsste hierfür eine Bestandsaufnahme gemacht werden, die den öffentlichen Verkehrsraum der bebauten Ortslage untersuche, informierte Daniela Misera die Räte. Weiterhin werde das aktuelle Parkverhalten ermittelt. Dies sei aber im Moment schwierig, weil der Straßenraum in der Krise nicht so genutzt werde wie üblich. Daher schlug die Verwaltung gemeinsam mit der Planerin vor, notwendige Arbeiten für den Bebauungsplan "Bahnhofsachse, Generationenwohnen" aus dem Gesamtpaket herauszulösen und vorzuziehen. Diese gut 2000 Euro teuren Untersuchungen für den kleinen Teilbereich um Bahnhofstraße, Schulareal und altem Kindergarten sollten zunächst ohne das Gesamtkonzept beauftragt werden, sagten Miriam Engelhardt (Frauenliste) und weitere Gemeinderäte in der anschließenden Diskussion. Schließlich wisse man nicht, wie sich die Finanzlage entwickle. Zudem müsste das Konzept, wenn es fertig sei, auch umgesetzt werden. Und das koste nochmal richtig und vielleicht sogar noch mehr Geld.

Daniela Misera wies aber darauf hin, dass hier getroffene Regelungen auch immer Auswirkungen auf angrenzende Bereiche hätten. Man dürfe die Chance auf eine Gesamtlösung jetzt nicht vertun, befand Birgit Wiloth-Sacherer. Es gebe an vielen Stellen im Dorf Beschwerden. Und auch Bürgermeister Riesterer verwies auf die Gleichbehandlung, auch die Menschen in anderen Ortsteilen hätten ein Anrecht darauf, dass ihre Verkehrsprobleme angegangen würden.

Der Bürgermeister sprach sich vor der Abstimmung auch gegen eine generelle Verschiebung der Planungen aus, weil diese das Projekt Bahnhofsachse unnötig verzögern würde.