Gendergerechte Sprache

Grammatikalischer Unfug ohne Logik

Carola Ortlieb-Kast (F-Algolsheim)

Von Carola Ortlieb-Kast (F-Algolsheim)

Sa, 20. Februar 2021

Leserbriefe

Zu: "Ein krampfhaftes Bemühen", Leitartikel von Stefan Hupka (Kommentar & Analyse, 6. Februar)

Chapeau, Herr Hupka! Sich ausgerechnet im feministisch-antirassistisch-grün-veganen Freiburg gegen die ausufernde Genderei zu stellen, das nenne ich Mut.

Auch ich sehe mit Sorge die ideologische Gleichschaltung des Journalismus im Sinne einer angeblich geschlechtergerechten Sprache. Da werden wahllos infantile Sternchen in den Text gestreut (mein persönlicher Favorit: jede*r), eine ZDF-Nachrichtensprecherin faselt von "Extremist(schluck)innen", und spätestens wenn man in Briefen einer Landesbehörde in drei Sätzen viermal redundante Zwangsverdopplungen (Gattinnen und Gatten et cetera) überlesen muss, droht das Frühstück wieder hochzukommen.

Bis jetzt hat gendergerechte Sprache nur drei Dinge hervorgebracht: erschwerte Lesbarkeit, Unlogik und grammatikalischen Unfug. Ja, es gibt für uns Frauen noch viel zu tun. Gerechte Bezahlung, mehr Respekt, vor allem in Zuwanderer-Communities. Aber der sexuelle Missbrauch der deutschen Sprache durch das Gendern gehört für mich nicht dazu.

Carola Ortlieb-Kast, F-Algolsheim