Kreisliga A

Große Ernüchterung beim SC Kappel nach der 1:2-Niederlage gegen Ettenheim

Benedikt Hecht

Von Benedikt Hecht

Mo, 20. September 2021 um 17:41 Uhr

Kreisliga Ortenau

"So steigen wir ab", sagt SCK-Coach Frank Kocur nach der 1:2-Niederlage gegen Ettenheim. Sein Gegenüber Claudio Braun reagiert hingegen erleichtert. Den Negativtrend beenden konnte auch die SG Nonnenweier-Allmannsweier.

Tief durchschnaufen galt es für Claudio Braun, Trainer des FV Ettenheim, am Sonntagnachmittag. 2:1 hatte sich seine Mannschaft gerade im Derby der Kreisliga A, Staffel Süd, beim SC Kappel durchgesetzt. "Das Ergebnis lügt nicht, es war eine äußerst enge Kiste", sagte Braun. Ein Punkt trennte beide Kontrahenten vor der Partie, "wenn wir nun erneut ein Derby verloren hätten, wäre das sicher in den Köpfen der Jungs hängengeblieben." Zwei Spiele hatten die Ettenheimer zuletzt in Folge verloren. In Kappel gingen sie durch einen von Marvin Weber verwandelten Handelfmeter in Führung (20.), "danach hatten wir mehrmals das 2:0 auf dem Fuß, kassieren stattdessen den Ausgleich", so Braun. Jan-Luca Schindler traf nur den Pfosten. Keinesfalls sei es eine einfache Aufgabe gewesen. Nach dem Ausgleich von Patrick Kern (73.) konnte Florian Grethlein (81.) den Sieg für den FVE eintüten.

Ernüchtert war hingegen sein Gegenüber Frank Kocur: "Mit so einer Leistung steigen wir ab", sagte der Coach des SCK. Die Qualität fehle derzeit in der Mannschaft, sie lebe nicht für den Fußball. "Das erwarte ich aber auch in dieser Liga." Die Jungs würden zwar wollen, könnten es aber nicht besser. "Jetzt sind die Spieler gefragt, Maik und ich geben als Trainerteam alles, die Mannschaft muss nun endlich zurückzahlen", fordert Kocur nach der Niederlage. Laufbereitschaft und Bewegung fehlen ihm. Aufgeben gilt für ihn und Maik Fritzsche jedoch nicht: "Es gibt keine Übermannschaft in dieser Liga", sagt der ehemalige Oberliga-Kicker. Zwar sei gegen Ettenheim auch etwas Pech dabei gewesen, letztendlich fehle es seinem Team in manchen Situationen aber auch an der Cleverness. Kocur: "Nach dem 1:1 müssen wir uns sagen, kein Risiko mehr gehen, den Punkt nehmen wir lieber mit."

Diesen von Kocur vermissten Willen zeigte hingegen die SG Dörlinbach-Schweighausen beim SC Orschweier. "Auf dem Papier mag unser 3:1-Erfolg vielleicht etwas glücklich klingen, letztendlich war er aber hochverdient", sagte SG-Coach Jonathan Kalt. Mit einem Doppelschlag in der Nachspielzeit sicherte sich die SG die drei Punkte. Pascal Geiger per Strafstoß (90.+1) und Jonas Kopf (90.+3) erzielten die entscheidenden Treffer. "Von der 60. Minute an waren wir aber die überlegene Mannschaft, haben nur unsere Gelegenheiten zunächst nicht nutzen können", sagte Kalt. Den Glaube an den Sieg hatte Kalt nie verloren, "wir waren einfach am Drücker." Wobei er sich bewusst war, dass auch Verletzungen auf Orschweierer Seite ihnen in die Hände spielten, "sie konnten in der 80. Minute einen Spieler nicht mehr ersetzen", er hingegen konnte mit Mario Lauer und Mario Bauer nochmal zwei Offensivakteure bringen. Dennoch ließ er sein Team nicht volles Risiko gehen: "Aus den Fehlern der Vergangenheit haben wir gelernt."

Erleichterung herrschte am Sonntag bei der SG Nonnenweier-Allmannsweier. Nach vier Niederlagen in Folge konnte die Elf von Ivelin Momchilov endlich wieder einen Sieg in der Liga feiern. "Dadurch ist der Kopf wieder frei", sagte Momchilov. Das 1:0 lese sich zwar etwas glücklich, lag aber daran, dass "wir unsere Chancen nicht gemacht haben. Doch das ist jetzt erstmal egal, denn ob wir 1:0 oder 3:0 gewinnen, interessiert hinterher niemanden mehr, Hauptsache drei Punkte", so Momchilov.

Einen Dämpfer musste hingegen der SV Grafenhausen hinnehmen: Nach vier Siegen verlor der Tabellensechste beim FC Kirnach 1:4. "Die Niederlage ist verdient, Kirnbach war einfach effektiver", sagte SVG-Sportchef Jens Wagner. Dennoch sei sie zwei Tore zu hoch ausgefallen. "Wir lassen uns dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen, bisher hat die Mannschaft gut performt, Niederlagen gehören im Sport aber dazu."