Großer Einsatz für Sport-Event

Roland Vitt

Von Roland Vitt

Do, 02. Dezember 2021

Wyhl

Radsportverein Wyhl stemmt im 100. Vereinsjahr die Radcross-Landesmeisterschaften trotz kurzfristig verschärfter Coronaregeln.

. Auf stolze 100 Jahre Vereinsbestehen blickt der Radsportverein Wyhl in diesem Jahr zurück. 2021 wird aber nicht nur deshalb ein besonderes Jahr für die Radsportler bleiben. Seit 2020 wirft die Corona-Pandemie sportliche Events und sämtliche Jubiläumspläne über den Haufen. Auch die baden-württembergischen Radcross-Meisterschaften am Sonntag wurden zur besonderen Herausforderung, denn am Freitagabend kam plötzlich eine neue Corona-Verordnung und mit ihr neue Vorgaben. Dennoch zogen die Verantwortlichen am Abend ein positives Fazit.

Eigentlich sollte die Radcross-Meisterschaft schon 2020 der Höhepunkt im Vereinsjahr werden. Seit Jahren hatte sich der RSV Wyhl um die Ausrichtung beworben. Doch dann musste der Wettkampf wie vieles andere pandemiebedingt ausfallen. 2021 wäre eigentlich Württemberg an der Reihe gewesen, doch der Verband ermöglichte dem Wyhler Verein einen zweiten Anlauf. Ein Trost für den Verein, der zum Jubiläum im Frühjahr sein traditionelles Straßenrennen und ein Jubiläumsrennen mit historischen Rädern und Trikots geplant hatte, aber wegen der Pandemie absagen musste.

Seit Sommer liefen die Vorbereitungen für die Meisterschaften auf Hochtouren, immer wieder wurde die Planung an die Coronalage angepasst. Am 23. November wurde das Hygienekonzept genehmigt, doch drei Tage später war plötzlich alles anders, berichtet der RSV-Vorsitzende Manfred Stürzebecher. Das Land erließ eine neue Corona-Verordnung Sport: Demnach waren ab 27. November nur noch Sportler zugelassen, die die 2G-Kriterien erfüllten, für alle Besucher und Helfer galt ab sofort sogar 2G plus.

In einer Nachtschicht wurde das Hygienekonzept angepasst, erzählt Stürzebecher. Alle angemeldeten Sportler wurden per E-Mail über die neuen Bedingungen informiert und am Samstag ging es nicht nur zum Aufbau für die Veranstaltung, sondern zusätzlich noch zur Teststation. Die geänderten Regeln sorgten dafür, dass einige Helfer ausfielen; am Ende musste der Wettkampf mit 15 Helfern gestemmt werden. Der Kraftakt gelang, die Veranstaltung – das fünfte Crossrennen des Vereins – wurde ein Erfolg, dank starkem Willen und hoher Motivation.

Schwieriger Rundkurs fordert die 115 Teilnehmer

Trotz der geänderten Corona-Bedingungen waren 115 Sportler in unterschiedlichen Rennklassen am Start – von der Hobbyklasse über die Schüler-, Jugend- und Masterklassen bis hin zur Elite. Das Gelände war anspruchsvoll und wurde mit einsetzendem Regen gegen Mittag noch schwieriger. Der drei Kilometer lange Rundkurs verlangte den Teilnehmern immer mehr Kraft und fahrerisches Können ab, je tiefer der Boden wurde. Das erste Rennen startete um 10 Uhr, sieben weitere Rennen für lizenzierte Fahrer, die um die baden-württembergische Meisterschaft rangen, folgten. Der ausrichtende RSV Wyhl hatte drei Teilnehmer am Start. David Futterer holte sich in der Klasse U 23, in der er das erste Jahr fährt, die Bronzemedaille. Leon Belle erreichte in der Klasse U 15 Platz 5,Birgit Futterer kam in der Eliteklasse der Frauen auf Platz 6. Der amtierende deutsche Vizemeister im Radcross, Manuel Müller, konnte berufsbedingt nicht das entsprechende Training absolvieren und verzichtete auf einen Start. Sportler wie Funktionäre waren dankbar, dass der RSV Wyhl trotz der kurzfristig geänderten Bedingungen die Landesmeisterschaft organisiert hat.

Am Abend konnten Stürzebecher und sein Team durchatmen: "Alles coronakonform, keine Verletzten, keine Unfälle und überhaupt, alles bestens verlaufen." Verantwortliche und Helfer hatten sich ihr Feierabend-Bier redlich verdient.