Großfeuer im Hafen von Beirut

dpa

Von dpa

Fr, 11. September 2020

Ausland

Schweißarbeiten als Auslöser?.

Panik und Schrecken sind zurück in Beirut. Gut fünf Wochen nach der Mega-Explosion am 4. August brach am Donnerstag erneut ein Großfeuer in dem schwer verwüsteten Hafengelände der libanesischen Hauptstadt aus. Gigantische orange Flammen schlugen gen Himmel, dicker schwarzer Qualm breitete sich aus über den Wohnvierteln. "Nichts wie raus hier", sind Stimmen auf Handyvideos von Hafenarbeitern zu hören, die in alle Richtungen davonrannten. Die Feuerwehr versuchte bis zum Abend, den Brand unter Kontrolle zu bringen, unterstützt von Militär-Hubschraubern mit Wassersäcken.

Nach ersten Angaben wurde niemand getötet oder verletzt. Wie die Interim-Hafenleitung gegenüber lokalen Medien erklärte, erfasste das Feuer zunächst die Halle einer privaten Importfirma, in der Speiseöl gelagert war. Kurz danach griffen die Flammen auf ein Nachbargelände mit Autoreifen über. Auslöser des Feuers sollen Schweißarbeiten gewesen sein, wie mehrere Augenzeugen berichteten.

Zahlreiche Beiruter ließen Verzweiflung und Frustration in den sozialen Medien freien Lauf. "Panik in ganz Beirut, wir kommen einfach nicht zur Ruhe", schrieb Aya Majzoub von Human Rights Watch. Andere argwöhnten, das Feuer sei bewusst gelegt worden, um die Untersuchung der Explosion vom 4. August zu torpedieren. Ein solches Feuer kurze Zeit später sei kein Zufall – "das kann einfach nicht sein", schrieb ein Aktivist.