Grüne fordern zweigleisigen Ausbau

Manfred Dinort

Von Manfred Dinort

Fr, 17. Januar 2020

Waldshut-Tiengen

In einer Versammlung in Waldshut referiert Hans Saurer vom Verkehrsclub Deutschland über Probleme mit der Hochrheinbahn.

WALDSHUT-TIENGEN. In der jüngsten Mitgliederversammlung beschäftigte sich der Ortsverband Waldshut-Tiengen der Grünen/Bündnis 90 mit der Elektrifizierung und dem Ausbau der Hochrheinbahnstrecke. Ein Projekt, das auch im Zeichen des Klimawandels von herausragender Bedeutung wäre, sagte Vorstandsmitglied Paul Albiez-Kaiser. Als Referent war Hans Saurer zu Gast, stellvertretender Vorsitzender des Regionalverbandes Südbaden im Verkehrsclub Deutschland (VCD).

In seinem Vortrag machte er deutlich, dass ein reibungsloser Verkehr der Regional- und Expresszüge im Halbstundentakt nur mit einem durchgehend zweigleisigen Ausbau der 20 Kilometer langen Reststrecke zwischen Waldshut und Erzingen realisierbar sei. Bisher hätten oft schon kleinere Verspätungen zu einem Chaos bei den Fahrplänen geführt. "Alles muss minutiös geplant und aufeinander abgestimmt werden, wenn es reibungslos funktionieren soll", sagte Saurer. Trotzdem komme es immer wieder, oft auch aufgrund des mangelhaften Zugmaterials, zu erheblichen Störungen im Betriebsablauf. Daran werde sich auch durch eine Elektrifizierung oder den Bau weiterer Ausweichgleise nichts ändern, "denn da ist alles zu sehr auf Kante genäht".

Den 20 Kilometer langen Abschnitt zwischen Waldshut und Erzingen bezeichnete er als Flaschenhals, denn der große Rest der Strecke, rund 80 Kilometer, sei zweigleisig ausgebaut. Vorbildlich nannte Saurer den Ausbau auf dem Schweizer Streckenabschnitt zwischen Erzingen und Schaffhausen. Den Ausbau des Aarbergtunnels für einen zweigleisigen Betrieb sah er als das kleinere Problem, "denn das hat man schließlich auch beim Ausfräsen des Laufenburger Tunnels hingekriegt."

Paul Albiez-Kaiser verwies auf die Pläne des Bundes, 86 Milliarden Euro in den Ausbau des Schienennetzes zu investieren. "Da muss es doch möglich sein, auch Mittel für die Hochrheinstrecke abzuzweigen." Die politische Prominenz müsse energisch sein, um sich in Berlin Gehör zu verschaffen. Auch die lokalen Politiker seien gefordert, sich dafür einzusetzen. "Denn wer am lautesten schreit, der wird auch gehört", darin waren sich alle einig. Allerdings habe man den Eindruck, dass bei den Bürgern und der Politik die Autobahn A98 die größere Priorität besitze.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellten sich die Vorstandsmitglieder vor, die in der Versammlung im November gewählt wurden. Zu dem gleichberechtigten Vorstandsteam gehören jetzt Carmen Studinger, Cordula Maier und Paul Albiez-Kaiser.

Die Gemeinderätinnen Antonia Kiefer und Petra Thyen berichteten über die Arbeit im Gemeinderat und die dominierenden Themen in den jüngsten Sitzungen. Darunter waren die Haushaltsberatungen, die Sanierung der Kindergärten, Schulen und der öffentlichen Gebäude.