Offenburg

Grüne sagen Schottergärten den Kampf an

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 03. Dezember 2019 um 21:09 Uhr

Offenburg

Die Landesbauordnung gibt vor, dass unbebaute Flächen Grünflächen sein müssen. Dennoch breiten sich zunehmend Schottergärten und Kiesbeete aus. Dem sagen nun die Grünen den Kampf an.

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Marco Steffens fordern Stefan Böhm, Martin Ockenfuß und Luca Witt als Grünen-Vertreter im Umweltausschuss, dass die Stadt ein "Entschotterungspaket" schnürt und ins angekündigte "Strategiepapier Grün" aufnimmt. "Neben ihrer ökologischen Bedenklichkeit sind sie oft eine Beleidigung fürs Auge", schreiben die Grünen über die Steine des Anstoßes.

Vorwurf: Die Stadt gehe nicht immer mit gutem Beispiel voran

Bei der Vermeidung sollte die Stadt aus ihrer Sicht mit gutem Beispiel vorangehen. Das sei nicht immer der Fall: So seien im Seidenfaden die neuen Baumscheiben am Käfersberger Weg "eingekiest" worden, zudem gebe es noch einige andere kleine wie große öffentliche Kies- und Schotterflächen, etwa bei der Verkehrsinsel Kronenplatz, am neuen Kreisel Otto-Hahn-Straße, am Kreisel Südring/Badstraße und mit einem "tristen Eck" auch an der Festhalle Rammersweier. Hier fordern die Grünen eine Umwandlung in Grünflächen mit passendem Stauden- oder Wildblumenflor. Ebenso sollten große Parkplätze mit Rasengittersteinen belegt und entsiegelt werden. Dies sei zur Abmilderung der Klimawandelfolgen dringend nötig.

Auch Einsatz von Herbiziden soll untersagt werden

Ebenso wird die Stadt aufgefordert, Gartenbesitzer über die Vorgaben der Landesbauordnung zu informieren und unter anderem auf die ökologische Bedenklichkeit von Schotterbeeten für Tierwelt, Kleinklima, Grundwasserbildung und Beseitigungsaufwand hinzuweisen. Beantragt wird zudem, die Grünumwandlung privater Schotterbeete zu fördern, über die Anlage pflegeleichter Grünflächen zu beraten und den Aufbau einer "Grünen Nachbarschaftshilfe" zu fördern – denn oft werde die Anlage von Schotterbeeten als Grün-Alternative mit dem eigenen Alter und mangelnder körperlicher Belastbarkeit oder auch Zeitmangel begründet.

Nicht zuletzt soll auch die Neuanlage von Schotterbeeten ebenso wie der Herbizideinsatz in Privatgärten und Einfahrten untersagt werden.