Digitales Lernen

Grundschule Vorderes Kandertal rüstet die digitale Infrastruktur auf

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Mi, 05. Mai 2021 um 13:32 Uhr

Binzen

Die Verbandsgrundschule des Vorderen Kandertals stattet alle 22 Klassenzimmer mit Internetanschluss aus. Zu klären bleibt, ob künftig per Beamer oder digitaler Tafel unterrichtet wird.

Weit fortgeschritten ist der Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal auf seinem Weg, die Verbandsgrundschule zu digitalisieren. Das war dem Sachstandsbericht von Schulleiter Reiner Kaiser und Verbandsgeschäftsführer Dominik Kiesewetter in der Sitzung am Donnerstag zu entnehmen. Im Juli steht dabei eine wegweisende Entscheidung zur Ausstattung der Klassenzimmer an: Ob Beamer angeschafft werden sollen oder ob man auf digitale Tafeln setzen wird, ist derzeit noch offen.

Es zahle sich nun aus, dass man die Bemühungen zur Digitalisierung schon vor der Corona-Pandemie intensiviert habe, sagte Verbandsvorsitzender Andreas Schneucker. Dank Kiesewetter, der alle Fördermöglichkeiten stets im Blick behalte, habe man sich beträchtliche Zuschüsse sichern können.

WLAN in den Klassenzimmern, IPads zum Ausleihen

Kaiser gab bekannt, dass der Medienentwicklungsplan so weit gediehen sei, dass er Ende des Jahres eingereicht werden könne. Man habe viele Möglichkeiten für digitales Lernen entwickelt, die alle Fächer beträfen, sodass die Arbeit mit elektronischen Medien fest im Lehrplan verankert werden könne. Die Infrastruktur dafür befinde sich im Aufbau, schilderte Kiesewetter: In den Schulhäusern in Binzen und Rümmingen sei die Schaffung von WLAN-Anschlüssen in den Klassenzimmern abgeschlossen, in Schallbach seien diese Arbeiten in den Pfingstferien geplant, in den Sommerferien sei dann Eimeldingen an der Reihe. Zu Beginn des neuen Schuljahres könne man in allen 22 Klassenzimmer im Internet unterwegs sein.

Auch I-Pads als digitale Leihgeräte seien bereits beschafft: 70 für Schüler und 30 für die Lehrkräfte. Die Oberflächen seien bereits weitgehend eingerichtet, die Lern-Apps aufgespielt, berichtete Reiner Kaiser. Während die Lehrkräfte ihre Endgeräte bei sich behalten, sollen die Geräte für die Schüler in den Schulhäusern stationiert werden, weshalb dort auch Ladestationen geplant seien. Ausgegeben an eine Familie, die ihrem Kind nur eingeschränkten Zugang zu einem Gerät gewähren konnte, habe man bislang nur ein I-Pad. Ein weiterer Antrag sei gestellt.

Beamer oder "digitales Board"?

Wenn Präsenzunterricht wieder uneingeschränkt möglich ist, soll in den Klassenzimmern eine gemeinsame elektronische Lernplattform eingerichtet werden. Kaiser erläuterte die beiden technisch möglichen Varianten: Zum einen wäre die Installation eines Beamers und einer Leinwand möglich mit dem Vorteil, dass es sich dabei um eine den Lehrkräften vertraute Technik handle, die aber andererseits im Begriff sei zu veralten. Ein Beamer könne zudem nur visuell genutzt werden und nur Vorlagen projizieren, so Kaiser.

Ein digitales Board, das Oliver Baumert ins Spiel gebracht hatte, sei vielfältiger nutzbar, schilderte der Rektor. Die Bildschirme, die so groß sind wie die alten Schultafeln, können als Touchscreen interaktiv genutzt und sogar beschrieben werden. Und es lassen sich wie "Flügeltüren" am Rand zwei analoge Tafelelemente anbringen, die wie bisher mit Kreide beschrieben werden können – dadurch entstehe "eine unglaublich spannende Schnittstelle zwischen digitalem und analogem Lernen", zeigte sich Kaiser begeistert. Er könne sich vorstellen, dass da das Lernen Kindern große Freude bereite.

Fast 220.000 Euro an Fördermitteln

Während beim Beamer die Installationskosten höher seien, lägen bei der digitalen Tafel die Betriebskosten höher, schilderte Dominik Kiesewetter. Geplant sei nun, so Andreas Schneucker, ein Termin, bei dem man sich die Funktionsweise solch eines Boardes erläutern lasse. Auf Anregung von Michael Herr will man auch Praxisberichte aus einer Schule, die diese Bildschirme bereits im Einsatz hat, einholen. Martina Bleile plädierte dafür, die Kostenfrage nicht zum ausschlaggebenden Punkt für die Entscheidung zu machen: "Wir sollten das Gerät anschaffen, das für unsere Schule pädagogisch am besten geeignet ist", sagte sie. Und da, das wurde aus einigen Redebeiträgen deutlich, spricht Vieles für einen digitalen Bildschirm – unter anderem auch, weil er genutzt werden kann, ohne den Raum vorher zu verdunkeln.

Bei der Finanzierung der digitalen Infrastruktur konnte Dominik Kiesewetter gleich sechs Förderprogramme nutzen. Insgesamt stehen 219 .459 Euro zur Verfügung, wobei der Anteil der Eigenmittel bislang lediglich bei 23.200 Euro liegt. Hinzu kommen könnten noch 15 987 Euro Personalkosten, die wohl, so Kiesewetter, nicht förderfähig sind. Bereits ausgegeben wurden 74. 459 Euro.