Haftstrafen wegen Computerbetrugs

Susanne Schleinzer-Bilal

Von Susanne Schleinzer-Bilal

Di, 23. Juni 2020

Waldshut-Tiengen

Gericht verurteilt drei Männer, weil sie Spielautomaten bandenmäßig manipuliert haben.

. Es war ein Mammutprozess, drei Angeklagte, eine Vielzahl von Verhandlungstagen. Das Gericht sah es nun als erwiesen an, dass die Männer Spielautomaten in verschiedenen Gaststätten und Spielotheken so manipuliert haben, dass sie Gewinne von mehreren Tausend Euro ausschütteten – und das nicht nur einmal, sondern mehrmals. Dies gilt als banden- und gewerbsmäßiger Computerbetrug – und ist strafbar.

Richter Martin Hauser verurteilte einen der Angeklagten zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Der Drahtzieher der Bande bekam nur drei Jahre aufgebrummt. Der dritte der Bande erhielt zwei Jahre auf Bewährung. Zudem wurde ihm verboten, sich in Spielotheken zu begeben oder zu spielen. "Setzen Sie keinen Fuß in Spielotheken, für uns wäre das ein Warnzeichen", forderte ihn der Richter auf. Staatsanwalt Hans Christian Schmitz hatte für den einen Täter drei Jahre und zehn Monate, für den Strippenzieher drei Jahre und für den dritten Angeklagten zwei Jahre auf Bewährung gefordert.

Zusammengefunden hatten sich die drei wahrscheinlich bereits 2017. Einer der drei erkundete Spielotheken und Gaststätten und gab dann die Informationen weiter. Sie bedienten sich illegaler Spielmethoden, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dies taten sie unter anderem durch die Eingabe einer Tastenkombination. Bei einem Spielautomaten vom Typ Sindbad zogen sie den Stecker und steckten ihn wieder ein.

Dem Gericht lag eine Vielzahl von Beweisen vor. So war der Betrug auf Videoaufnahmen zu sehen. Zudem gab es entsprechende Whatsapp-Nachrichten und Telefonate. Zugunsten aller drei Angeklagten spreche eine gewisse Leichtfertigkeit der Automatenbetreiber, so Hauser. "Hätten diese das Update der Hersteller aufgespielt, wäre keine Tat begangen worden", sagte der Richter. Bei dem ersten Angeklagten berücksichtigte der Richter, dass dieser ein umfassendes Geständnis abgelegt hatten und sich in einer finanziellen Notlage befand, als er sich des Betrugs schuldig machte. Negativ bewertete er, dass die finanziellen Schäden sehr hoch sind und der Angeklagte die Taten beging, als eine Verhandlung gegen ihn in Lörrach lief."Wenn man bandenmäßig solche Schäden generiert, ist man nicht bewährungsfähig", sagte Hauser zum Angeklagten. Zudem ist dieser bereits einschlägig vorbestraft. Zum zweiten Angeklagten sagte Hauser: "Sie waren der Strippenzieher." An den dritten Angeklagten gewandt, betonte er. "Wir geben Ihnen eine Chance." Der Grund: Dieser hat davor weitgehend straffrei gelebt. Zudem habe er Bereitschaft zur Wiedergutmachung gezeigt. Er gehe auch einer legalen Existenz nach. Er könne ihm eine positive Prognose bescheinigen, so der Richter.