Handy-Funkantenne ist zu groß für den Kirchturm

Gudrun Gehr

Von Gudrun Gehr

Do, 09. Juli 2020

Kleines Wiesental

Ortschaftsrat Wieslet diskutiert eine geplante Funkanlage, Beschwerden über Raser und Gestrüpp sowie das Dorfgemeinschaftshaus.

. In der Halle Wieslet hat sich der Ortschaftsrat unter Leitung von Ortsvorsteher Heinz Eichin zum ersten Mal nach der Corona-bedingten Unterbrechung zusammengefunden. Es ging unter anderem um den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses und um eine zu große Handy-Funkantenne. Außerdem hatten sich Beschwerden angesammelt: Zum einen stören sich Bürger an der zugewachsenen Straße nach Eichholz, zum anderen an angeblichen nächtlichen Autorennen Richtung Kreismülldeponie.

Beschwerden: Vermehrt haben Bürger festgestellt, dass Autorennen auf dem Weg zur Deponie Scheinberg stattfinden. Die umliegenden Anwohner fühlen sich durch die röhrenden Motoren zunehmend belästigt, auch sei die Begehung der Straße durch Passanten nicht ungefährlich. Heinz Eichin stellte fest: "Wir werden das ohne Polizei nicht in den Griff bekommen." Diese sei bereits verständigt worden. Bei der Bürgerfragestunde kritisierte ein Besucher den Zustand der Straße nach Henschenberg und Eichholz, die vermehrt durch Sträucher und Gehölz zuwächst. Dornbüsche würden beim Vorbeifahren an den Fahrzeugen streifen, auch das Ausweichen bei Gegenverkehr sei schwierig. Der Bürger forderte Maßnahmen der Gemeinde mit der Androhung von Kosten an die Grundstückseigentümer. Ortsvorsteher Eichin hatte Bedenken, den jeweiligen Besitzern Ersatzmaßnahmen der Gemeinde anzudrohen, da dies einen hohen Verwaltungsaufwand bedeute. Entsprechende Aufforderungen an die Eigentümer werden im nächsten Mitteilungsblatt der Gemeinde erfolgen.

Funkantenne: Der Ortschaftsrat hatte der Deutschen Telekom AG das Einverständnis zur Erstellung einer Funkanlage signalisiert, um den Handyempfang zu verbessern. Die Anlage hätte nicht sichtbar innerhalb des Kirchturmes angebracht werden sollen. Allerdings wurde gemeinsam mit der Kirchengemeinde festgestellt, dass sich die Anlage für den Kirchturm als zu groß erwies. Das Vorhaben kann also nicht realisiert werden.

Dorfgemeinschaftshaus: Neuigkeiten zum Bau des Dorfgemeinschaftshauses hatten sich angesammelt. Mit dem Bau kann es nunmehr losgehen. Zwischenzeitlich wurden durch das Planungsteam zwei vergleichbare Bürgerhäuser in Hägelberg und in Gresgen besichtigt. Die Halle in Wieslet stammt aus den 1950er-Jahren und wurde damals von den Vereinen erstellt. Sie ist reichlich in die Jahre gekommen. Das Neubauprojekt, dessen Kosten auf 2,9 Millionen Euro geschätzt werden, wird zu 90 Prozent aus öffentlichen Zuschüssen und Förderungen finanziert. Rund 300 000 Euro werden bei der Gemeinde verbleiben. Förderungen kommen vom ELR (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum), dem Ausgleichsstock des Regierungspräsidiums und der Sportstättenförderung. Für die Außenanlagen sind 100 000 Euro eingeplant, die aber nach Sachlage nicht ausreichen werden.

Info: Zum neuen Dorfgemeinschaftshaus ist für interessierte Bürger am Donnerstag, 23. Juli, um 19 Uhr, in der Halle Wieslet eine Infoveranstaltung vorgesehen. Es werden auch die beauftragten Architekten anwesend sein.