Auf schwungvoller Weltreise mit der Hebelmusik

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Mo, 01. April 2019

Hausen im Wiesental

Jahreskonzert der Hebelmusik Hausen unter dem Titel "Unsere Erde" / Musiker präsentieren konzertante Stücke und Welthits.

HAUSEN (jabe). Ein buchstäblich weltumspannendes Motto hat sich die Hausener Hebelmusik für ihr Jahreskonzert gewählt: Unter dem Titel "Unsere Erde" ging es am Samstagabend in der Hausener Festhalle auf musikalische Reise.

Das Motto wurde von den Akteuren auf unterschiedliche Art bespielt: Ein echter Hingucker war schon die Tischdeko, auf der kleine Schiffchen über Wellen und Landkarten schipperten. Bereits vorab hatten sich die Zöglinge mit dem Thema "Erde" auseinandergesetzt und sich kritisch mit den zahlreichen Einflüssen beschäftigt, die die Vielfalt unseres Planeten heute bedrohen: Treibhauseffekt, Plastikmüll im Meer oder die Rodung des Regenwaldes. Wer mochte, konnte sich in der Pause die von den Zöglingen gefertigten Plakate zu Gemüte führen.

Vor allem aber war es natürlich die Auswahl der musikalischen Stücke, die sich am Thema orientierte. Und da zeigte sich: Unter einem solch globalen Begriff lässt sich so einiges an Stilen und Stücken bündeln; mit einem wortgewandten "Reiseleiter" wie Mario Brugger geht der rote Faden gleichwohl nicht verloren.

Gleich eingangs stellte sich das Jugendorchester dem Thema souverän und stimmte die passenden Stücke an. Mit einem swingenden "China Groove", einem orientalisch angehauchten "Curse of Tutankhamun" und der Filmmusik zum Disneyklassiker "Pocahontas" schließlich ein Ausflug in die Indianerlande nahm die musikalische Reise Fahrt auf.

Den klanggewaltigen Einstieg ins "Hauptprogramm" unter der Leitung von Dirigent Jean-Christophe Naas machte die "Appalachian Ouverture" von James Barnes: Im kraftvollen Spiel beschworen die Musiker hier Indianergefilde herauf, bewegten sich mal erhaben ausschreitend, mal wild galoppierend durch die Weiten der Prärie. Souverän umgesetzt war das anspruchsvolle "Antarctica" von Carl Wittrock in seiner sinfonischen Klanggewalt. Bewegt und bewegend die "Pacific Dreams" von Jacob de Haan, die in den starken Stimmungsbrüchen die Vielfalt des größten Ozeans der Erde widerspiegelte. In "Beyond the sea" – der Filmusik zu "Findet Nemo" – mutierte die Hebelmusik kurzzeitig zur swingenden Bigband, bevor es in "By the Rivers of Babylon" von Ed Huckby (nicht zu Verwechseln mit dem gleichnamigen Discohit von Bonnie M.) wieder gravitätisch wurde: Forsches Stakkato wechselte mit schwelgerischen Melodien, das differenzierte Solospiel mit volltönenden Tutti-Passagen. In Siebenmeilenstiefeln ging es dann stilistisch wie geographisch mitten hinein in den Großstadtdschungel von Los Angeles – in "Welcome to the Jungle", einstmals hardrockig zelebriert von "Guns n’ Roses", am Samstag nun im Hebeldorf mit ordentlich Funk erneut auf die Bühne gebracht.

Buchstäblich weltumspannend war das Finale mit "We are the World" aus der Feder von Michael Jackson und Lionel Richie. Und wie’s nun Mal oft so ist bei Reisen, stand auch für die Vorsitzende Sandra Boos am Ende der musikalischen Weltreise die Erkenntnis: "Der schönste Ort der Welt ist zu Hause – hier in unsrem Hebeldorf." Und da passte dann auch das "Badner Lied" ins große Erden-Thema.