Nachruf

Heimatforscherin Annerose Bauer ist überraschend gestorben

Hans-Jürgen Günther

Von Hans-Jürgen Günther

Mi, 15. September 2021 um 15:24 Uhr

Emmendingen

Annerose Bauer war eine vielseitig engagierte Frau: aktiv im Verein zur Erhaltung der Hochburg, beim Anwesen Leonhardt, dem Breisgau-Geschichtsverein und der Hachberg-Bibliothek.

Betroffenheit löste die Nachricht vom Tod Annerose Bauers aus. In Endingen geboren und aufgewachsen, wurde sie dort sehr jung Bürgermeistersekretärin und später Chefsekretärin im Emmendinger Kreiskrankenhaus. Emmendingen war seit einem halben Jahrhundert ihre neue Heimat. Zusammen mit ihrem Ehemann Werner Bauer erbaute sie hier fast ohne Fremdhilfe ihr Haus, wobei sie dafür "jeden Stein in die Hand genommen" hatte, wie sie stolz sagte.

War die Großfamilie auch ihr Mittelpunkt, fand sie dennoch Zeit für viele kulturfördernde Aktivitäten: Im Verein zur Erhaltung der Hochburg, beim Verein Anwesen Leonhardt, im Breisgau-Geschichtsverein und nicht zuletzt in der Hachberg-Bibliothek, wo sie als stellvertretende Vorsitzender wirkte.

"Chefmarketenderin" bei den Hochburgfesten

Bei den Hochburgfesten trat sie in selbstgeschneiderten historischen Gewändern bei Burgführungen auf. Seit Jahrzehnten war sie bei diesen Spätsommerereignissen die "Chefmarketenderin", die die Veranstaltung kalkulierte und plante. Für die Hachberg-Bibliothek arbeitete Annerose Bauer heimatgeschichtliche Themen auf, entdeckte bei dieser Arbeit unbekannte Quellen in den Archiven der Regio. Dabei transkribierte sie schwer leserliche Dokumente und führte sie so einer weiteren Erforschung zu. Zudem sorgte sie dafür, dass neue Erkenntnisse auch veröffentlicht wurden. Für diesen Einsatz erhielt sie 2019 vom Arbeitskreis Alemannische Heimat, Dachverband für südbadische Verbände der Heimatpflege, eine nur an wenige vergebene Verdienstmedaille.

Über ihren unerwarteten Tod trauern mit ihrer Familie alle, die Annerose Bauer als vielseitig engagierte Frau mit Kopf, Herz und Hand erleben durften.