Baubeginn war später als gedacht

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Mi, 15. Mai 2019

Herbolzheim

Neue Erkenntnisse zur Geschichte der Kirnburg .

HERBOLZHEIM-BLEICHHEIM. Im Vorfeld der Kirnburg-Jubiläumsfeier im September präsentieren Experten neue Erkenntnisse zur Geschichte der Ruine oberhalb von Bleichheim.

Sie zeigen sich davon überzeugt, dass die Burg um das Jahr 1200 erbaut wurde – bisher waren einige Forscher von einem Baubeginn um das Jahr 1160 ausgegangen. Sie sehen auch die These als widerlegt an, dass es sich beim Kastenbuck unterhalb der Ruine um eine zweite, noch ältere Burg handelt. Hans-Jürgen van Akkeren, Burgenexperte und ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege, spricht von einer Sensation.

Bis vor einigen Jahren galt noch das Jahr 1203 als Jahr der Kirnburg-Ersterwähnung. Mittlerweile steht für van Akkeren und die beiden Denkmalamt-Archäologen Bertram Jenisch und Andreas Haasis-Berner aber fest, dass die Anlage zum ersten Mal im Jahr 1219 in einer Urkunde auftaucht. "Die Fakten sind sehr eindeutig", sagt van Akkeren. Das Ersterwähnungs-Jubiläum soll in diesem Jahr mit einem großen Fest auf Burg und Schlosswiese gefeiert werden.

Beim Kastenbuck, einer zugewucherten Ruine unterhalb der Kirnburg, soll es sich hingegen um einen befestigten Kornspeicher gehandelt haben. Kenzingen und Herbolzheim sowie einige umliegende Dörfer gehörten vor 800 Jahren zum Besitz des Frauenklosters Andlau – im Kastenbuck sollen Abgaben für die Nonnen gelagert worden sein.