Notre Dame

"Herz von Paris" in Flammen – Reaktionen aus aller Welt

dpa, afp, kna

Von dpa, afp & kna

Mo, 15. April 2019 um 22:28 Uhr

Panorama

Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame bewegt die Welt. Überall drücken die Menschen ihr Mitgefühl aus – und ihr Entsetzen. Hier ist ein Überblick über die ersten Reaktionen.

Das "Herz von Paris" steht in Flammen: Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame bewegt wenige Tage vor Ostern die ganze Welt. Denn die einzigartige gotische Kirche ist nicht nur Pariser Wahrzeichen, sie ist auch Weltkulturerbe.

Als einer der Ersten reagiert am Montagabend Präsident Emmanuel Macron, der auf Twitter schreibt, er teile die "Gefühle einer ganzen Nation". Auch Frankreichs Premierminister hat sich entschlossen über den Kampf gegen die Flammen in der Pariser Kathedrale Notre-Dame geäußert. "Unsere Traurigkeit ist unbeschreiblich, aber wir kämpfen immer noch. An diesem Abend kämpfen die Feuerwehrleute heldenhaft gegen das Feuer", schrieb Édouard Philippe am Montagabend auf Twitter.

"Notre-Dame ist Paris, sie ist ein Teil von uns."
Schockiert und entsetzt zeigen sich zahlreiche Pariser und Touristen, die am Ufer des Flusses Seine nahe der Île de la Cité zusammenströmen. "Das ist eine Tragödie", sagt einer, der mit seinem Fahrrad vorbeigekommen ist. "Wir bereiten uns auf Ostern vor - wenn es irgendeinen Moment zum Beten gibt, dann jetzt." Eine Frau sagt den Tränen nah: "Notre-Dame ist Paris, sie ist ein Teil von uns."

Mit "Schock und Trauer" hat der Vatikan auf die Nachricht vom verheerenden Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame reagiert. In einer Erklärung von Vatikansprecher Alessandro Gisotti am späten Montagabend heißt es, man sei den Katholiken und allen Menschen in Frankreich nahe. "Wir beten für die Feuerwehrleute und all jene, die das Menschenmögliche tun, der dramatischen Lage Herr zu werden", so Gisotti. Die Kathedrale Notre Dame sei "ein Symbol der Christenheit in Frankreich und weltweit".

Das Bistum Rom bekundete in einem Tweet seine Nähe zu den "Brüdern und Schwestern der Kirche in Frankreich" und allen Menschen in Paris. Mit ihnen vereint wolle man "die in Notre Dame besonders verehrte Jungfrau Maria als Mutter der Hoffnung um Trost" bitten.



"Es muss schnell gehandelt werden!" Donald Trump
Erinnerungen an das brennende World Trade Center nach den Anschlägen vom 11. September 2001 werden wach. US-Präsident Donald Trump nennt es auf Twitter "schrecklich", dem "massiven Brand" zuzusehen. Vielleicht könnten Löschflugzeuge eingesetzt werden, um den Brand zu bekämpfen, empfahl er. Dazu der mahnende Hinweis: "Es muss schnell gehandelt werden!"

Die Reaktion der französischen Fachleute ließ nicht lange auf sich warten: Von einem Flugzeug Wasser auf ein solches Gebäude abzuwerfen, könne zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen, schrieb der französische Zivilschutz auf Twitter.

Ein Symbol der europäischen Kultur

Auch in Deutschland ist das Entsetzen groß: Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt über ihren Sprecher Steffen Seibert erklären, es tue "weh, diese schrecklichen Bilder" der brennenden Kathedrale zu sehen. Notre Dame sei nicht nur ein Symbol Frankreichs, sondern der europäischen Kultur.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit "Trauer und Entsetzen" auf den Brand der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame reagiert. "Meine Gedanken sind bei unseren französischen Freunden", schrieb er am Montagabend auf Facebook und Instagram. "Wir hoffen, dass möglichst viele Teile des reichen kulturellen Erbes erhalten werden können und denken an alle Einsatzkräfte, die hoffentlich bei ihrer wichtigen und selbstlosen Arbeit unverletzt bleiben."

Weitere Reaktionen

Der frühere US-Präsident Barack Obama: "Es liegt in unserer Natur zu trauern, wenn wir sehen, wie Geschichte verlorengeht - aber es liegt auch in unserer Natur, für morgen wieder aufzubauen, so stark wir können."

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: "Ich verfolge minütlich den Brand, der Notre-Dame in Paris gepackt hat. Notre-Dame gehört der ganzen Menschheit. Welch trauriger Anblick. Ich teile die Gefühle der französischen Nation, die auch unsere sind."

EU-Ratspräsident Donald Tusk: "Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa. Wir stehen heute alle an der Seite von Paris."

Österreichs Präsident Alexander van der Bellen: "Schreckliche, verstörende Bilder aus Paris: Die großartige Kathedrale Notre-Dame brennt. Wir sind heute in Gedanken in Paris."

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz: "Schockierende Bilder aus Paris. Ein Wahrzeichen, Weltkulturerbe und eines der schönsten Bauwerke der französischen Geschichte. Notre-Dame steht in Flammen. Wir hoffen, dass kein Mensch verletzt ist. Unsere Gedanken sind in Paris."

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte: "Ein Stich ins Herz für die Franzosen und für uns Europäer."

Sadiq Khan, Bürgermeister von London: "Herzzerreißende Szenen der Notre-Dame-Kathedrale in Flammen. London steht heute im Schmerz an der Seite von Paris, in ewiger Freundschaft."

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: "Es bricht einem das Herz, Notre-Dame in Brand zu sehen. Wir denken an alle, die daran arbeiten, dieses große Symbol der europäischen Kultur zu retten, und an das französische Volk."

Italiens Innenminister Matteo Salvini: "Schreckliches Feuer bei Notre-Dame, Spitzturm eingestürzt. Wir denken an die Menschen von Paris und ganz Frankreich und umarmen sie. Italien ist voll solidarisch und bereit, jede Hilfe zu geben, die wir geben können."

Norwegens Regierungschefin Erna Solberg: "Herzzerreißend, Notre-Dame in meiner Lieblingsstadt Paris in Flammen zu sehen. Hoffe, so viel wie möglich kann gerettet werden."

Audrey Azoulay, Chefin der UN-Kulturorganisation Unesco, in der Nähe von Notre-Dame zu Reportern: "Notre-Dame ist ein Symbol für die ganze Welt. Wir sind schon mit dem Kulturministerium und der Kirche in Kontakt. Wir brauchen eine sehr schnelle Beurteilung der Schäden. Es müssen in den ersten Stunden strategisch wichtige Entscheidungen getroffen werden."

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau: "Absolut herzzerreißend, die Kathedrale Notre-Dame in Flammen zu sehen. Kanadier denken an unsere Freunde in Frankreich, während ihr dieses verheerende Feuer bekämpft."