Hilfseinrichtung braucht Hilfe

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Sa, 05. Dezember 2020

Bad Krozingen

Tafel Staufen steht durch Kontaktbeschränkungen und Sonderausgaben unter Druck / Überdurchschnittlich viele Neuanmeldungen.

. Die Staufener Tafel mit ihren Standorten in Staufen, Bad Krozingen und Breisach hilft mit günstigen Lebensmitteln Menschen, die in finanziellen Problemen stecken. Durch die Corona-Pandemie ist die Einrichtung selbst unter Druck geraten. Das Ehrenamt leidet, da kaum noch persönliche Treffen stattfinden können. Dazu fehlen Fahrer sowie Lebensmittel- und Geldspenden, denn die Pandemie erfordert außerplanmäßige Ausgaben.

Die Arbeit der Staufener Tafel, die dem Caritasverband angeschlossen ist, wird vornehmlich getragen von den 59 Ehrenamtlichen, die als Fahrer beim Einsammeln der Ware, bei der Waren-Vorbereitung oder beim Verkauf tätig sind. Ihr Lohn für die Arbeit ist Anerkennung. Und genau hier bündelt sich aus Sicht von Silke Eckert-Lion, der Leiterin der Staufener Tafel, ein zentrales Problem. "Durch Corona fehlen wichtige Möglichkeiten, um die Wertschätzung für die Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Ausflüge, Sommerfest, Weihnachtsfeiern, nichts ist möglich", so Eckert-Lion. Dadurch fehle der Kit, der die Tafel zusammenhält. "Ein kleines Geschenk und auch der eifrig gepflegte Newsletter sind nur ein Ersatz."

Mit der Anzahl an Mitarbeitern ist Silke Eckert-Lion grundsätzlich zufrieden. Auch habe es in den vergangenen Monaten neue Interessierte gegeben, wohl als Folge von Kurzarbeit. Aber Fahrer, die sowohl einen Transporter fahren als auch beim Verladen der Ware mit anpacken könnten, würden weiter gesucht. Ihnen stände jedenfalls ein neues Mercedes-Fahrzeug zur Verfügung, das der Förderverein der Staufener Tafel dieser Tage zu Sonderkonditionen finanziert hat. Dazu kommt, dass viele der 15 Mitarbeiter Rentner sind und zur Risikogruppe gehören. 15 von ihnen fehlen so seit Monaten bei der Tafel. "Aber es ist natürlich richtig, dass sie zuhause bleiben, wenn sie sich nicht wohlfühlen", betont Silke Eckert-Lion.

Mehrkosten sind der Tafel in diesem Jahr durch den Kauf eines Zeltes entstanden, um bei den beengten Verkaufsräumen in Bad Krozingen – neue Räumlichkeiten werden auch gesucht – die notwendigen Abstände einhalten zu können. Dazu kamen Heizstrahler, Bodenmatten, Desinfektionsmittel, Masken. "Solche Dinge bringen uns finanziell an den Rand", sagt die Tafel-Chefin. Zwar konnte sie zu Beginn der Pandemie relativ viele Privatspenden verzeichnen, diese Bereitschaft hat aber im Lauf des Jahres nachgelassen.Immerhin erhält sie viele positive Rückmeldungen der Kunden dafür, dass der Betrieb weiter läuft. Und dass das Angebot nötig ist, zeigt sich allein daran, dass es in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Neuanmeldungen gegeben hat. "Bei einigen, die bislang schon knapp kalkulieren mussten, reicht es etwa durch die Kurzarbeit nicht mehr", so Eckert-Lion.

Mit der Aktion "Weihnachtsfreude für alle" unterstützt auch die Badische Zeitung die Staufener Tafel seit vielen Jahren. Die Spendengelder, die uns für die Aktion erreichen, kommen aber auch anderen Menschen in Notlage zu Gute.

Weitere Infos und Öffnungszeiten unter mehr.bz/tafelstaufen

Spendenkonto für

"Weihnachtsfreude für alle"


Sparkasse Staufen-Breisach: DE56 6805 2328 0009 4220 07
Volksbank Staufen: DE85 6809 2300 0000 1994 00 
Volksbank Breisgau-
Markgräflerland: DE81 6806 1505 0030 3759 04

Die Namen der Spender werden wir regelmäßig in der Zeitung veröffentlichen. Wer keine Namensnennung wünscht, möge dies auf dem Überweisungsträger vermerken. Bei Spenden bis zu 200 Euro gilt der Überweisungsabschnitt als Spendenquittung. Bareinzahlungen nimmt auch die BZ-Geschäftsstelle Bad Krozingen, Schwarzwaldstraße 3, entgegen.