Gerichtsprozess

Hinter dem Diebstahl der schwedischen Kronjuwelen stecken drei Amateure

Fr, 15. Februar 2019 um 20:30 Uhr

Panorama

Am letzten Prozesstag im Fall der gestohlenen schwedischen Kronjuwelen hat der 22-jährige Angeklagte überraschend gestanden. Von dem Wert der Schmuckstücke habe er nichts geahnt.

Am letzten Prozesstag im Fall der gestohlenen schwedischen Kronjuwelen hat der 22-jährige Angeklagte überraschend gestanden. Eine Woche zuvor waren die im Sommer gestohlenen zwei prunkvollen Kronen und der Reichsapfel aus dem frühen 17. Jahrhundert in einer Stockholmer Mülltonne wieder aufgetaucht.

Die stand auf dem Dach eines parkenden Autos und war mit dem Wort "Bombe" beschriftet. Es wird vermutet, dass Komplizen des Angeklagten so die Strafe die ihrem Kumpanen droht, abwenden wollten. Doch es kam anders.

Keine Profis, sondern nur Gelegenheitsdiebe

Die Polizei konnte an den wiederaufgetauchten, teils spitzen Regalien getrocknetes Blut des 22-jährigen Schweden sicherstellen. Zudem konnte sie über die Mülltonne auch deren Überbringer, einen 24-jährigen und einen 26-jährigen, verhaften. Sie werden wegen Hehlerei angeklagt.

Anscheinend handelte es sich nicht um Profis, sondern eher um Gelegenheitsdiebe, denen aufgefallen war, wie einfach es wäre, die Kronen zu entwenden, schließen Experten. Als Motiv führte der 22-Jährige den Wert der Kronjuwelen an. Allerdings habe er von Dritten nur bis zu 60 000 Kronen (5700 Euro) für den Diebstahl angeboten bekommen. Das Auktionshaus Bukowskis hatte die Regalien zusammen auf einen Wert von 65 Millionen Kronen (6,2 Millionen Euro) geschätzt.

"Nö. Das hätte ich dann nie geklaut, wenn ich das gewusst hätte." Der Angeklagte

Ob er gewusst habe, wie viel die Regalien wert sind, fragte ihn sein Anwalt. "Nö. Das hätte ich dann nie geklaut, wenn ich das gewusst hätte", antwortete er und entschuldige sich reumütig.

Der 22-jährige entschuldigte sich reumütig für den Schrecken, den er beim Diebstahl des schwedischen Kulturerbes im Dom zu Strängnäs westlich von Stockholm verbreitet habe. Er habe zunächst so getan, als habe er eine Behinderung. Ein älteres Paar habe ihm noch in die Domkirche geholfen, zählte er am Freitag jeden einzelnen Schritt des Diebstahles auf.

Die Staatsanwältin fordert Schadensersatz in voller Werthöhe

Staatsanwältin Isabelle Bjursten ließ sich nicht vom Geständnis und der Reue des Angeklagten beeindrucken. Die Regalien seien stark beschädigt und der Angeklagte trage die Schuld dafür. Tatsächlich sind sämtliche Bügel der Krone von Karl IX. eingedrückt und der goldene Reichsapfel ist gar in der Mitte gebrochen. Bjursten forderte einen Schadensersatz vom 22-jährigen in voller Werthöhe, also 65 Millionen Kronen.

Dessen Anwalt fand das übertrieben. Weil der 22-jährige noch jung und nicht vorbestraft ist, könnte er statt mit Gefängnis mit Gesellschaftsdienst davonkommt, hieß es zuvor in einem staatlichen Strafmaßgutachten. Wann das Urteil veröffentlicht wird, ist unklar. Schwedens Kirchen wollen ihre Schätze in in Zukunft zudem besser hüten.