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Von epd

Do, 07. Januar 2021

Deutschland

Heftige Kritik an der 15-Kilometer-Regel

Die Bund-Länder-Vereinbarungen zur Verlängerung des Lockdowns bis Monatsende rufen ein geteiltes Echo hervor. Zwar begrüßten Vertreter von Kommunen und Ärzten die Beschlüsse vom Dienstag im Grundsatz, übten aber Kritik an Details. Umstritten sind die verschärften Kontaktbeschränkungen im privaten Umfeld, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit in sogenannten Hotspots und die fortdauernde Schließung von Kitas und Schulen. "Ich habe meine Zweifel, ob mit Bewegungseinschränkungen und Kontaktverboten zu mehr als einer Person außerhalb des eigenen Haushalts nicht der Bogen überspannt wird", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (CDU). Kinderärztepräsident Thomas Fischbach kritisierte die bundesweit geplante Verlängerung der Schulschließungen. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte der Düsseldorfer Rheinischen Post, es sei fraglich, wie die 15-Kilometer-Regel umgesetzt werden kann. Ein solch eingeschränkter Bewegungsradius sei kaum kontrollierbar.

Landkreistagspräsident Sager sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Bewegungseinschränkungen brächten "große Teile der Bevölkerung in Schwierigkeiten, auf deren Mitmachen wir angewiesen sind". Vor allem in ländlichen Räumen wirkten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometern besonders. Bei den Schulen wiederum müsse es gelingen "spätestens im Februar, nach Möglichkeit zumindest in Landkreisen mit einer Inzidenz von unter 100, früher zu Öffnungen zu gelangen".