HINTERGRUND

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Mi, 07. April 2021

Südwest

Der schwierige Impfstoff von Biontech

Die Verimpfung des Vakzins von Biontech, der derzeit in die Arztpraxen kommt, stellt für die Beteiligten eine logistische Herausforderung dar, weil er besonders tief gekühlt werden muss.

Wie Christine Treptow, Sprecherin des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels (Phagro), schildert, wird der Impfstoff bei minus 75 Grad im Großhandel angeliefert und dort "in die Ultratiefkühlung" überführt. "Es ist aber auch möglich, ihn im Thermokoffer des Herstellers zu belassen, da dieser mit Trockeneis gefüllt ist, oder ihn für bis zu zwei Wochen in pharmazeutischen Tiefkühlschränken bei bis zu minus 25 Celsius zu lagern."

Wenn der Impfstoff dann an die Apotheken verteilt wird, beginnt der Auftauprozess im Kühlbereich des Großhandels und während des Transports. Ab diesem Zeitpunkt ist ist der Impfstoff für maximal 120 Stunden bei 2 bis 8 Grad Celsius stabil, also auch im normalen Kühlschrank der Apotheke oder der Arztpraxis. Vom Arzt muss das Vakzin also bis spätestens fünf Tage nach dem Auftauen verimpft werden. Deshalb ist die Lieferkette so organisiert, dass die Großhändler etwa in Freiburg und Offenburg und dann die Apotheken vor Ort die Injektionsfläschchen (die in der Fachsprache auf Englisch Vials heißen) im Laufe des Montags ausliefern und die Arztpraxis dann bis Freitag Zeit hat, sie zu verbrauchen. Wann der Impfstoff zur "Umkommissionierung" aufgetaut wurde, muss stets in einer begleitenden Dokumentation vermerkt sein.