HINTERGRUND

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Mo, 22. November 2021

Südwest

Die lange Geschichte eines Megaprojekts

Seit 1980 ist der Ausbau der Rheintalstrecke auf den 186 Kilometern zwischen Karlsruhe und Basel als Projekt im Bundesverkehrswegeplan verankert. Der Abschnitt von Karlsruhe bis Offenburg ging in Etappen bis 2004 in Betrieb. Hier fehlt noch der havarierte Tunnel in Rastatt. In den Planungsabschnitten südlich von Offenburg kam es aufgrund von Bürgereinsprüchen zu Verzögerungen. Zu deren Kernforderungen zählte unter anderem der Bau eines Tunnels in Offenburg, ein verbesserter Lärmschutz sowie eine veränderte Trassenführung im Markgräflerland. 2013 vereinbarte der eigens gebildete Projektbeirat eine Umplanung, 2015 folgte der nötige Beschluss des Bundestages.

 Die Bahn verfolgt mit der Kapazitätserweiterung der völlig überlasteten Strecke mehrere Ziele. Wie von der Region verlangt, soll das Nahverkehrsangebot erweitert und ein Halbstundentakt für ICE-Züge möglich werden. Auch sollen mehr Güter auf der Schiene befördert werden. Daher werden Güter- und Personenverkehr durch eigene Gleise weitgehend getrennt. Um die Fahrzeit zwischen Karlsruhe und Basel auf 82 Minuten zu verkürzen, soll die Strecke für Geschwindigkeiten von 250 Stundenkilometer ausgelegt sein. Das macht einen Ausbau der Strecke erforderlich: weniger enge Kurven, mehr Abstand zwischen den Gleisen wegen der Druckwelle und mehr Überholgleise. Seit die Pläne bekannt sind, wird der Protest wieder lauter.