HINTERGRUND

dpa/kam

Von dpa & Katharina Meyer

Do, 30. Juli 2020

Deutschland

Studien beschreiben Nachwirkungen

» Erschöpfung und Atemnot werden mittlerweile häufig als Langzeitfolgen einer Covid-19-Infektion beschrieben. So etwa in einer jüngst veröffentlichten Studie über eine Stichprobe von italienischen Krankenhauspatienten, die im Fachmagazin Jama erschienen ist: Von den 143 Befragten hatten knapp zwei Drittel eine Lungenentzündung. Fast 90 Prozent litten 60 Tage nach Infektionsbeginn noch unter mindestens einem Symptom, meist Erschöpfung oder Atemnot. 44 Prozent sagten, dass ihre Lebensqualität nachgelassen habe.

Die Herzgesundheit von 100 genesenen Covid-19-Patienten zwei bis drei Monate nach der Diagnose wurde in einer deutschen, im Fachmagazin Jama Cardiology veröffentlichten Studie untersucht. Demnach zeigten 78 Prozent der Untersuchten entzündliche Veränderungen des Herzmuskels, bei mehr als der Hälfte wurde sogar eine anhaltendende Herzmuskelentzündung festgestellt. Die Ergebnisse von Patienten, die sich zu Hause auskuriert hatten, und solchen Patienten, die im Krankenhaus behandelt worden waren, seien vergleichbar gewesen. Die Autoren um Valentina Puntmann gehen davon aus, dass bei einigen Patienten nachhaltige Schäden bestehen bleiben können.

Auch neurologische und psychiatrische Folgen einer Covid-19-Infektion werden beschrieben. Eine britische Studie von Ende Juni im Fachblatt The Lancet Psychiatry umfasst 153 schwere Covid-19-Fälle, in denen derartige Komplikationen auftraten. Darunter waren Schlaganfälle, aber auch Gehirnentzündungen und sogar Psychosen.