Wetterprognose hält Radler fern

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Mi, 12. Juni 2019

Hohberg

Mit 313 Volksrad- und Radtourenfahrern erlebte der RMSV Niederschopfheim eine Enttäuschung bei der Teilnehmerzahl.

HOHBERG-NIEDERSCHOPFHEIM. Waren es im vergangenen Jahr mehr als 600 Velo-Freunde, die sich am Pfingstmontag ein Stell-Dich-Ein beim Rad- und Motorsportverein Sturmvogel in Niederschopfheim gegeben hatten, so wurde die Hoffnung auf ein Knacken der Marke in diesem Jahr mehr als enttäuscht: Gerade mal 313 Volksrad- und Radtourenfahrer und -fahrerinnen kamen nach Niederschopfheim an den Start. Schuld daran dürfte die schlechte Wetterprognose gewesen sein.

Am Pfingstmontag finden traditionell die Radtourenfahrt und das Volksradfahren des Vereins statt. Cheforganisator Berthold Himmelsbach zeigt sich sichtlich enttäuscht über die Teilnehmerzahl. Doch die Wettervorhersage hatte starken Regen bis zu neun Liter pro Quadratmeter vorausgesagt. Das habe viele Pedaleure abgehalten. Gerade die, die die auf die Langstrecken gehen wollten. Doch dann: "Wenn es zwei Liter waren, die da fielen, war es viel", sagt Himmelsbach und fügt hinzu, dass es von 8 Uhr an nicht mehr geregnet hat. Die Langstreckenradler gingen in der Regel früh an den Start, um die 111 Kilometer zu schaffen.

Reinhild Studer, Bettina und Heinrich Gegg schreckte alles nicht ab. Gegen 10.30 Uhr gingen sie an den Start und wollten die 111 Kilometer in Angriff nehmen. "Wir sind aus Diersburg und trotzdem hier", scherzt Heinrich Gegg und schätzt, dass sie um die sieben Stunden brauchen, wenn es gut läuft. Je nachdem könne man auch an der 90-Kilometerwende die Rückfahrt antreten. Weitere Streckenangebote waren 20, 55 und 70 Kilometer. Im Schnitt legte das Trio 15 Kilometer pro Stunde zurück. Auf ihrem Plan steht schon die nächste Tour, eine mit 1500 Kilometern, von Diersburg über die Seealpen nach Marseille. Und in welcher Zeit? "Wir haben zwei Wochen Zeit", sagt Bettina Gegg und verweist lächelnd auf ihre Waden: In ihren Radschuhen stecken unübersehbar durchtrainierte Beine. Probleme gebe es nur wegen der Rückreise. Es gibt keinen Zug, in dem sie die Räder mitnehmen können.

Am Start nehmen Berthold Himmelsbach und Egon Knäble die Teilnehmer in die Liste auf. "Ohne Halle ist es eine Heidenarbeit, alles auf die Beine zu stellen", sagt Himmelsbach. Für ihn ist so ein Veranstaltungstag Überraschung pur, da sich die Teilnehmer im Vorfeld nicht anmelden müssen. "Wenn dann über 600 kommen, muss das mit der Versorgung echt klappen", sagt Himmelsbach. Auf den Rennstrecken stehen Kuchen, Müsliriegel, Bananen, Tee und isotonische Getränke für die Radsportler bereit. Auch die Streckenausweisung sei nicht ohne. Für ihn und sein Team bedeutet dies, mit drei Fahrzeugen rund vier Stunden unterwegs zu sein, um rund 200 Markierungsschilder aufzustellen – und danach wieder abzuräumen. Seit 1983 plant Berthold Himmelsbach, der auch Kassierer des RMSV ist, die Veranstaltung. "Nur wenn zwischen 500 und 600 Teilnehmer an den Start gehen, lohnt sich das Ganze auch finanziell für den Verein."

Sieger auswärtige Vereine: 1. MRSV Ichenheim (26 Teilnehmer), 2. RMSV Windschläg (22), 3. RSV Weier (18); Hohberger Vereine: 1. Fanfarenzug (19), 2. Donnerstagsradler (15), 3. RSV (13)

Weitere Informationen unter http://www.rmsv-niederschofheim.de