Hitze

Hohe Temperaturen machen auch den Haustieren zu schaffen

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Mi, 22. Juni 2022 um 17:29 Uhr

Haus & Garten

Hunde und andere Haustiere brauchen in den heißen Sommermonaten Ruhe, Schatten und viel Wasser. Außerdem: Nichtstun ist bei hohen Temperaturen besser als Herumscheuchen.

Die hohen sommerlichen Temperaturen können für Tiere lebensbedrohlich werden. Alle Jahre wieder mahnen Institutionen wie der Deutsche Tierschutzbund oder der Verband der Hundezüchter, Hunde bei Hitze körperlich nicht zu überfordern. Dies gilt auch für Katzen oder Kleintiere wie Kaninchen – auch ihnen setzt die Hitze enorm zu. Denn die Fellnasen haben nur wenig Möglichkeit, ihre Körpertemperatur über Schweißdrüsen zu regulieren. Das dichte Fell staut die Hitze, Hunde und Katzen besitzen nur Schweißdrüsen an den Pfotenunterseiten. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur über Hecheln mittels Speichelverdunstung. Die liegt bei erwachsenen Hunden bei 38 bis 39 Grad. Hat der Hund 40 Grad Körpertemperatur, ist das hohes Fieber, ab 41 Grad drohen lebensgefährliche, bleibende Schäden.

Sie hecheln stark mit hoher Atemfrequenz, stoßen dabei Speichel und Wasser aus

Matthias Mück, Hundetrainer des Hundezentrums Hochschwarzwald, wanderte kürzlich mit seiner zweijährigen Hündin den Querweg von Freiburg nach Konstanz. "Ich mache sechs Stunden Mittagspause", berichtet er, "und warte, dass es kühler wird." Schließlich ist ihm bewusst, dass Hunde ab einer gewissen Außentemperatur die Hitze nicht mehr kompensieren können. Sie hecheln stark mit hoher Atemfrequenz, stoßen dabei Speichel und Wasser aus. Der Flüssigkeitsverlust ist dadurch gravierend. Daher benötigen die Tiere bei sommerlichen Temperaturen ausreichend frisches Wasser zum Trinken. Mück rät, es wie die Löwen in der Savanne zu machen – die Tiere ruhen zu lassen, wenn es heiß ist.

Den Leuten falle es sehr schwer, ihrem Hund das Nichtstun zuzugestehen, weiß Mück. Da werden sie zum Sonnenbaden und Schwimmen an den See mitgenommen und ausgiebig mit ihnen im Wasser gespielt. Abkühlen im Wasser sei gut – aber nicht das Herumscheuchen.

Am späteren Nachmittag wird es meist am heißesten. Das heißt für den verantwortungsvollen Hundebesitzer: früh morgens und spät abends gehen. Keine sportlichen Aktionen während der Hitze. Der Spazierweg sollte schattig sein und nicht über offene Felder, Asphalt oder sandige Wege führen. Denn diese Untergründe heizen sich in der Sonne stark auf. Das Resultat: Die Hunde verbrennen sich die Pfoten. "Leg’ da mal deine Handinnenfläche für fünf Sekunden drauf", sagt Mück. "Wenn es okay für dich ist, dann geht es auch für die Hundepfoten."

Fahrlässige Gefährdung zieht Bußgelder nach sich

Beim Reisen mit Hund ist zu beachten, dass die Klimaanlage des Autos selten bis zum Kofferraum durchkühlt, wo manche ihren Hund mitreisen lassen. Außerdem empfiehlt es sich, in kühleren Tageszeiten zu fahren: abends, früh morgens oder nachts. Autos heizen sich im Sommer sehr schnell auf, werden zur tödlichen Falle für den Vierbeiner. Die fahrlässige Gefährdung der Tiere im Auto kann laut Tierschutzgesetz empfindliche Bußgelder bis in zu Freiheitsstrafen nach sich ziehen. Der Hundetrainer rät deshalb: "Im Zweifelsfall, lasst den Hund daheim." Denn der sucht sich dort eine kühle Ecke. Zum Ausgleich kann man dem Tier gefrorenen Quark oder Joghurt anbieten. "Darüber freuen sich viele Hunde", so Mück. Es dürfe aber kein Eis für Menschen sein. Auch Kühldecken, -westen oder -mäntel könne man nutzen.

Kaninchen benötigen bei der Hitze indes eine gute Durchlüftung, viel frisches Wasser und saftiges Futter mit viel Grün, Gras und Klee, erläutert der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins C291, Gerhard Hipp. Zudem sollen sie sich in den Sommermonaten im Schatten aufhalten. Denn auch sie haben keine Schweißdrüsen und daher eine eingeschränkte Thermoregulation.