Baumpflanzaktion

Hunderte junge Eichen als Hoffnungsträger für den Klimaschutz

Martin Pfefferle

Von Martin Pfefferle

Fr, 22. Juli 2022 um 09:51 Uhr

Schliengen

Insgesamt 1000 Bäumchen ließ die Volksbank Breisgau-Markgräflerland pflanzen. Im Bürgler Wald der Gemeinde Schliengen sollen sie einmal Stabilität garantieren.

Insgesamt 1000 junge Bäume hat der Forst mit finanzieller Unterstützung der Volksbank Breisgau-Markgräflerland im Schliengener Gemeindewald auf mehreren Flächen gepflanzt. Hauptsächlich Eichen sind gesetzt worden, etwa 700 Stück. Dazu 260 Douglasien, ursprünglich aus Nordamerika stammende Nadelbäume, und 40 Bergahorne.

Die Pflanzung gehört zum Baumpflanzprojekt "Wurzeln", das von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald umgesetzt wird. Das Ganze gehört zu der bundesweiten Klima-Initiative "Morgen kann kommen" der Volksbanken Raiffeisenbanken in Deutschland. 6000 Euro hat die Volksbank Breisgau-Markgräflerland für die Pflanzaktion im Schliengener Gemeindewald aus Reinertragsmitteln des Gewinnsparens ausgeschüttet. Bis 2024 sollen durch die Klimainitiative der Volksbanken und Raiffeisenbanken mehr als eine Million Bäume gepflanzt werden.

Forstliches Engagement für den Klimaschutz

Bei einem Termin vor Ort waren sowohl Bürgermeister Christian Renkert als auch Volksbank-Bereichsleiter Dietmar Kößler beeindruckt vom forstlichen Engagement für Klimaschutz und Umbau des Waldes in ein stabiles Ökosystem. Die gesamte deutsche Waldfläche entlaste die Atmosphäre jährlich um 62 Millionen Tonnen CO2. Rund 277.000 Hektar seien aber bereits so geschädigt, dass sie aufgeforstet werden müssten, so Bernhard Schirmer, der Forstbezirksleiter des Forstbezirks Kandern. Die Schäden seien zwar in Mitteldeutschland erheblich stärker, doch auch in Schliengen sehe man immer häufiger Schäden und es müssten Flächen abgeräumt werden, weil etwa die Buche in bestimmten Lagen und im höheren Alter mit Trockenstress und Wärme nicht klarkomme.

Bäume zu pflanzen, so Schirmer, sei der richtige Klimaschutz, weil diese CO2 binden und mit Verdunstungskälte zu einem kühleren Klima beitragen. Wer in diesen heißen Tagen einen Spaziergang im Wald unternimmt, weiß, wovon Schirmer spricht.

Bestimmte Baumarten vertragen Wärme und Trockenheit

Vergleichsweise gut kommen mit der Wärme und der Trockenheit Traubeneiche, Douglasie, Ahorn und seltenere Baumarten wie Speierling, Elsbeere und Walnuss zurecht. Die Esche, von einem eingeschleppten Pilz heimgesucht, "wird aussterben", sagte Schirmer.

Die 200 Jahre alten Eichen im Bürgler Wald seien dort vom Menschen etabliert worden, denn von alleine würden sich hier die Buchen durchsetzen. Doch da ältere Buchen Probleme mit der Trockenheit bestimmter Standorte bekommen, würde der Forst ausnahmsweise "gegen die Natur arbeiten", wie Schirmer sagte. Junge Buchen, die Eichen im Weg sind, werden entfernt. Der eher nährstoffarme Boden sei ideal für die Eichen. Zudem sei Eichenholz sehr gefragt – etwa für Möbel, Furnier oder Barriquefässer.

Auf einen Hektar bezogen wurden 2500 Setzlinge gepflanzt. In 200 Jahren würden davon 80 mächtige Bäume übrigbleiben. Ein Monatsniederschlag fehle, sagte Förster Patrick Tröndle. "Das macht uns Sorgen und Arbeit."

Volksbank will sich weiter für Baumpflanzungen engagieren

Während sich Bürgermeister Christian Renkert für den Einsatz der Volksbank bedankte, versprach Dietmar Kößler, dass sich sein Geldinstitut weiter an der Klimainitiative beteiligen werde.