Die IG BCE bevorzugt Rusal

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Mi, 07. April 2021

Wirtschaft

Übernahme der Alu Rheinfelden.

Der Bezirksvorstand der Gewerkschaft IG BCE Freiburg stellt sich hinter das Übernahmeangebot des russischen Aluminiumriesen Rusal für die in finanziellen Schwierigkeiten befindliche Alu Rheinfelden. Er fordert zudem eine schnelle Erlaubnis der Transaktion durch das Bundeswirtschaftsministerium. Wie in der BZ berichtet, wurden gegen die Übernahme sicherheitspolitische Bedenken geäußert. Am Donnerstag wird eine Entscheidung erwartet.

Petra Hartwig, Bezirksleiterin der Gewerkschaft, sagte, die "falsche Charakterisierung der Alu Rheinfelden als Zulieferer für die Rüstungsindustrie" und die von "Dritten gezielt gestiftete Verunsicherung hinsichtlich der Transaktion" erschwere erheblich das Tagesgeschäft und die Beziehungen zu den Autoherstellern.

"Aus Sicht der Belegschaft bietet eine Übernahme durch Rusal die weitaus beste Langfristperspektive für das Unternehmen sowie die Sicherung von Standort und Arbeitsplätzen", sagte die Bezirksleiterin weiter. Das Ministerium soll, so ihre Forderung, möglichst schnell entscheiden: "Jede weitere Verzögerung stellt den Standort in Frage." Sie appellierte an Rusal, die "bewährte Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband Chemie fortzuführen".

Die Alu Rheinfelden beschäftigt 200 Menschen. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 110 Millionen Euro, 2019 waren es noch 159 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte im Herbst 2020 ein Schutzschirmverfahren beantragt – eine Verfahrensart des Insolvenzrechts mit einem Sachwalter. Die damalige Krise in der Automobilindustrie und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hatten der Alu schwer zu schaffen gemacht.