Immobilien

Im Freiburger Stadtteil Haslach wird kräftig um- und neu gebaut

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Sa, 10. Oktober 2020 um 00:05 Uhr

Haslach

Der Gestaltungsbeirat übt Kritik an einem Projekt der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an der Belchenstraße in Haslach – doch eine Aufstockung im Stühlinger findet seinen Zuspruch.

Viel Neues im Freiburger Stadtteil Haslach: Zwischen Friedhof und Joseph-Brandel-Anlage ist derzeit einiges im Umbruch. Sowohl die städtische Tochtergesellschaft Freiburger Stadtbau als auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Bima bauen und planen an mehreren Stellen. Aktuelles Projekt der Bima sind Neubauten an der Belchen- und der Drei-Ähren-Straße – um diese ging es in der Sitzung des Freiburger Gestaltungsbeirats. Weiteres Thema war die Erweiterung eines Gebäudes an der Klarastraße im Stadtteil Stühlinger.

Das Gebiet in Haslach ist geprägt von Häuserzeilen aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Viele Gebäude gehören der Bima. Der Staat war einst selbst Bauherr, um Wohnraum für Beschäftigte des früheren Militärflughafens Bremgarten zu schaffen. Weiterhin hat die Bima ehemalige Wohnhäuser französischer Militärangehöriger übernommen.

Mitten im Gebiet, an der Belchenstraße, stand ein Hochhaus der Freiburger Stadtbau (FSB): Es wurde Anfang 2019 abgerissen, stattdessen befinden sich fünf würfelförmige Mehrfamilienhäuser im Bau oder sind bereits fertiggestellt. An dieses Projekt will sich nun die Bima anschließen. Sie möchte direkt auf dem Nachbargrundstück zwei fünfgeschossige Neubauten mit quadratischem Grundriss errichten und "die Belchenstraße urbaner machen", wie Andreas Kimling von der Bima erklärte.

Neue Gebäude wieder in Zeilenform?

Bislang befinden sich auf der Fläche zwei zweigeschossige Gebäude mit insgesamt nur acht Wohnungen. Abreißen möchte die Bima auch einen Garagenhof gleich um die Ecke, an der Drei-Ähren-Straße. Dort soll stattdessen ein viergeschossiges Haus gebaut werden. Insgesamt könnten 45 neue Wohnungen entstehen.

Der Freiburger Gestaltungsbeirat war mit der Lösung nicht glücklich. Denn das gesamte Gebiet sei durch linear angeordnete Zeilenbauten geprägt, erklärte Gestaltungsbeirat Johannes Ernst. Bereits die fünf neuen FSB-Gebäude durchbrächen diese Struktur: "Sie sind als Ausreißer zu werten." Keinesfalls dürfe diese Entwicklung fortgesetzt werden – schließlich seien weitere Veränderungen im Gebiet zu erwarten.

Der Gestaltungsbeirat appellierte deshalb an die Bima, auch die neuen Gebäude wieder in Zeilenform zu errichten, und zudem jeweils auf eine Etage zu verzichten. "Das wäre dann ein leuchtendes Vorbild und ein Impulsgeber für die weiteren Projekte", so Ernst. Beim Neubau an der Drei-Ähren-Straße wünschte sich das Gremium, dass dieser – wie in der Nachbarschaft üblich – einen Vorgarten bekommt und nicht direkt an der Straße steht.

Aufstockung an der Klarastraße

Weiteres Thema der Sitzung war die geplante Erweiterung eines Gebäudes an der Klarastraße im Stadtteil Stühlinger. Mit diesem Projekt hatte sich der Gestaltungsbeirat bereits im Juli beschäftigt und damals einige Details kritisiert. Nun hat Architekt Reiner Probst noch einmal nachgebessert.

"Mit der Tonne können wir leben." Elke Reichel, Gestaltungsbeirätin
"Das Projekt hat sich gut entwickelt", urteilte Gestaltungsbeirätin Elke Reichel. Beim Anbau im Hinterhof sollen die zunächst geplanten Balkone wegfallen, um mehr Platz für einen gemeinschaftlich nutzbaren Bereich zu schaffen. Die auf dem Gebäude zusätzlich vorgesehene Etage ist nun "ruhiger" und mit weniger Details ausgestattet.

Nicht aufgegeben haben Architekt und Hauseigentümer Michael Stock das geplanten Tonnendach, das dem Gremium ebenfalls nicht gefallen hatte. "Das ist weiterhin nicht unser Favorit", so Elke Reichel: "Aber mit der Tonne können wir leben."