Neue Daten

Im Pandemie-Jahr 2020 gab es so wenig neue Auszubildende wie lange nicht

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Do, 15. April 2021 um 07:00 Uhr

Wirtschaft

Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist 2020 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. In Südbaden sieht es aber etwas besser aus als im bundesweiten Durchschnitt.

Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist 2020 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Nur noch 465.200 Menschen begannen im Corona-Jahr eine Lehre, wie vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Das bedeutet ein Minus von 9,4 Prozent gegenüber 2019. In Südbaden sieht es etwas besser aus als im bundesweiten Durchschnitt.

So verzeichnete die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein zum 31. Dezember 2020 einen Rückgang von 9,7 Prozent oder 413 Ausbildungsverträgen, wie die Kammer auf BZ-Anfrage mitteilt. Besonders betroffen waren demnach die industrielle Metalltechnik, Hotel und Gaststätten sowie Reisebüros und der Tourismus. Bundesweit betrug der Rückgang in Industrie und Handel 11,9 Prozent.

Im Handwerk waren es bundesweit minus 6,6 Prozent. Die Handwerkskammer Freiburg hingegen meldet stabile Zahlen: Die Betriebe schlossen 2.294 neue Lehrverträge ab – nur ein Prozent weniger als im Vorjahr. "Trotz wochenlangem Stillstand im Frühjahr haben unsere Betriebe fast genauso viele neue Auszubildende eingestellt wie im Vorjahr", so Handwerkspräsident Johannes Ullrich.

Vorkrisenniveau noch nicht erreicht

Für das neue Ausbildungsjahr, das im September 2021 beginnt, bekommen die Arbeitsagenturen wieder mehr Lehrstellen gemeldet. In Freiburg waren es bis Mitte März 3.067 Stellen – fast 24 Prozent mehr als im März 2020. Das Vorkrisenniveau sei allerdings noch nicht erreicht, betont Pressesprecher Hanspeter Fakler. Und die Zahl der Bewerber nimmt ab. Es sind aktuell sogar weniger als vor einem Jahr. "In der Pandemie ist es schwierig, die Jugendlichen zu erreichen", nennt Fakler als Grund. Viele Berufsinformationsangebote können nicht stattfinden.