Statistik

Immer mehr Menschen im Kreis Lörrach sind für lange Zeit arbeitslos

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 31. März 2021 um 14:59 Uhr

Kreis Lörrach

Die Arbeitslosigkeit im Kreis Lörrach lag im März mit 5,1 Prozent weiter über fünf Prozent. Gleichwohl sei der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur Lörrach"stabil und robust", so Agenturchef Horst Eckert.

Die Arbeitslosigkeit im Kreis Lörrach lag im März mit 5,1 Prozent weiter über fünf Prozent. Zwar ist die absolute Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Februar um 111 gesunken; prozentual macht sich das aber nicht bemerkbar. Im Vergleich zum März 2020 mit damals 3,8 Prozent Arbeitslosigkeit ist die Quote deutlich höher. Gleichwohl sei der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur Lörrach, also den Kreisen Lörrach und Waldshut, nach einem Jahr Pandemie "stabil und robust", bewertet Agenturchef Horst Eckert die monatliche Statistik.

Im Kreis Lörrach registrierte die Agentur 6583 Arbeitslose; davon entfallen 3920 auf die Versicherungsleistung, das Arbeitslosengeld I, sowie 2663 auf das Arbeitslosengeld II, bekannter als Hartz IV, in das Betroffene in der Regel nach einem Jahr Arbeitslosigkeit rutschen. Unter dem Strich ergibt sich für den Kreis im März wie im Februar eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent. Im Agenturbezirk, also mit dem Kreis Waldshut, beträgt diese 4,7 Prozent und ist 0,2 Punkte besser als im Februar. Auf Landesebene liegt die Quote bei 4,3 Prozent (Februar: 4,4). In der Perspektive verläuft die Entwicklung im Kreis also zäher. Das gilt nicht zuletzt für die Langzeitarbeitslosigkeit, hier verzeichnet die Agentur im Bezirk im Jahresvergleich einen starken Anstieg. Im Vergleich zum März 2020 sind 1275 Menschen mehr im Langzeitbezug gemeldet, ein Anstieg um 77 Prozent.

Kurzarbeit verhindert Massenarbeitslosigkeit

Die stark gestiegenen Arbeitslosenbestände aus dem ersten Lockdown haben sich eingependelt, wenn auch auf hohem Niveau, bilanziert Eckert. Vor allem die Kurzarbeit habe sich als stabile Brücke gezeigt, Massenarbeitslosigkeit zu verhindern. Inzwischen nehme die Agentur zwar wieder "positive Signale" wahr. Dennoch bleibe die Pandemie ein kaum berechenbares Risiko. "Die Krise ist nicht vorbei und wird uns noch lange beschäftigen", befindet Eckert. Gleichwohl blickt der Agenturchef zuversichtlich ins Jahr und sieht den Arbeitsmarkt auf dem "Kurs in Richtung Vorkrisenniveau".

Sorgen bereitet vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit. Es gebe gegenüber dem Vorjahr "einen enormen Anstieg", schildert Eckert. Erschwerend komme hinzu, dass das Gros Langzeitarbeitsloser keinen Berufsabschluss habe. Das bedeute für die Agentur, dass sie besonders bei dieser Personengruppe den Hebel ansetzen und in Qualifizierung investieren müsse, sonst gehe ein erhebliches, aber benötigtes Arbeitskräftepotenzial verloren.