Staufen

Immer neue Risse in Staufens Häusern

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mi, 21. Januar 2015

Südwest

Auch über sechs Jahre nach der Geothermiebohrung hebt sich Staufens Innenstadt. Im Gespräch mit Wulf Rüskamp sagt Raph Watzel, Chefgeologe des Freiburger Regierungspräsidiums: "Wir können nichts versprechen."

STAUFEN. Wie lange noch müssen die Staufener mit den Rissen in ihren Häusern leben? Der Kern der historischen Altstadt von Staufen hebt sich immer noch – auch mehr als sechs Jahre nach der Geothermiebohrung, die dafür verantwortlich gemacht wird. Inzwischen ist es zwar gelungen, die Hebung im Zentrum auf 2,5 Millimeter im Monat zu verringern. Aber lässt sich diese Rate auf null drücken? Darüber sprach Wulf Rüskamp mit Ralph Watzel, Chefgeologe im Regierungspräsidium Freiburg.

BZ: Herr Watzel, der Untergrund in Staufen ist immer noch nicht zu Ruhe gekommen, die Verzweiflung der Menschen dort wächst. Haben Sie eine gute Botschaft für sie?

Watzel: Die gute Nachricht ist: Die Geschwindigkeit der Hebung hat sich seit 2009 von elf Millimeter auf zweieinhalb Millimeter pro Monat verringert. Doch dieser Fortschritt stoppt seit einiger Zeit. Und man muss sagen: Zweieinhalb Millimeter sind zweieinhalb Millimeter zu viel. Deshalb versuchen wir mit einem dritten Tiefbrunnen, auch diese Hebung noch zu stoppen.

BZ: Ist das die Lösung – oder nur ein Versuch mit offenem Ausgang?

Watzel: Es wurden am Anfang auf der Basis des breiten Sachverstands von Behörden und Fachfirmen die unterschiedlichsten Sanierungstechniken durchgespielt und anhand eines Kriterienkatalogs bewertet – mit dem Ergebnis, das zwei übrig geblieben sind: das nachträgliche ...

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