Umfrage

Impfbereitschaft ist ausgerechnet bei medizinischen Personal gering

epd, dpa

Von epd & dpa

Di, 15. Dezember 2020 um 11:27 Uhr

Deutschland

Einer Studie zufolge ist die Impfbereitschaft in Deutschland gesunken – und bei medizinischen Fachpersonal niedriger als im Rest der Bevölkerung. Die Zulassung von Impfstoffen könnten das ändern.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die geringe Bereitschaft bei Ärzten und Pflegekräften kritisiert, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. "Es überrascht mich, dass die Impfbereitschaft beim medizinischen Personal nicht deutlich höher ist und es eine so große Zurückhaltung gibt", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte auf eine Umfrage verwiesen, wonach die Impfbereitschaft in Deutschland seit Frühjahr stetig gesunken ist und beim medizinischen Personal sogar geringer ist als beim Rest der Bevölkerung.

"Ich persönlich würde mich auf jeden Fall impfen lassen, und zwar sowohl mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer als auch mit dem von Moderna." Beide Impfstoffe seien sehr gut untersucht und gälten bisher als sehr sicher, so Lauterbach. Einen Impfzwang lehnte der SPD-Politiker ab. Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), glaubt, dass die Impfbereitschaft zunimmt, sobald verlässliche Impfstoffe zugelassen sind.



Derweil sorgt die Frage, welche Bevölkerungsgruppen wann eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekommen sollen, für Unsicherheit und Unmut. Die FDP wirft der Bundesregierung große Versäumnisse bei der Vorbereitung vor. Zudem wird bemängelt, dass die diese die Entscheidung darüber, in welcher Reihenfolge bestimmte Bevölkerungsgruppen geimpft werden sollen, mit einer einfachen Verordnung regeln will. Der FDP-Entwurf für ein Impfgesetz wird im Bundestag voraussichtlich am Donnerstag debattiert. Auch Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz forderte, der Bundestag müsse jetzt endlich in diese wichtige Entscheidung eingebunden werden.