Corona-Krise

In Bad Säckingen gibt es Pächterwechsel nach dem Lockdown

Annemarie Rösch

Von Annemarie Rösch

Mi, 09. Juni 2021 um 11:07 Uhr

Bad Säckingen

Zwei Traditionsbetriebe haben im Zuge von Corona in Bad Säckingen geschlossen: das Restaurant "Fuchshöhle" und der Laden "Flair". Doch es haben sich schnell wieder neue Pächter gefunden.

In die Rheinbrückstraße in der Altstadt von Bad Säckingen kommt wieder mehr Leben. In zwei Betriebe, die im Zuge der Corona-Pandemie und des Lockdowns zugemacht haben, ziehen neue Pächter ein. Denise Born vom "Kaffeeladen" wird das Traditionsgasthaus "Fuchshöhle" führen. Enza Caputo zieht mit ihrem Geschäft "Sweet & Love" von der Schützenstraße in die Räume des früheren "Flair – Ambiente, Mode, Florales".

Aktivitäten in der Rheinbrückstraße

Wer in diesen Tagen durch die Rheinbrückstraße bummelt, sieht: Es geschieht etwas. Das Schaufenster des früheren "Flair" ist erneuert worden, die Besitzer Ingrid Groschupp und Jürgen Pritzel ließen neue, wärmedämmende Fenster einbauen. Enza Caputo und ihre Familie haben die Wände in zartem Rosa gestrichen und die Regale erneuert. In die Räume der Fuchshöhle gegenüber schleppten Helfer neue Tische und Stühle. Die stehen jetzt im Gastraum, den Denise Born ein wenig umgestaltet und erneuert. Die historischen Gemälde bleiben, wie auch der Kachelofen und andere Einrichtungsgegenstände, die für das traditionelle Flair der "Fuchshöhle" sorgen. 1863 zog in die Räume erstmals ein Lokal ein.

"Wir mussten zum Glück nicht lange nach einer neuen Pächterin suchen"Barbara Adler
"Wir mussten zum Glück nicht lange nach einer neuen Pächterin suchen", sagt Barbara Adler, die Besitzerin der Gaststätte. Mehrere Interessenten hätten sich gemeldet, als bekannt wurde, dass der frühere Wirt Paul David aufgibt. "Wir legen Wert darauf, dass frisches und regionales Essen auf den Tisch kommt", so Barbara Adler. Deshalb sei die Wahl schnell auf Denise Born gefallen. Andere Interessenten, die italienische oder chinesische Küche anbieten wollten, seien nicht in Frage gekommen. Denise Born will den "Kaffeeladen" in der Nähe der "Fuchshöhle" weiterhin betreiben.

Corona-Krise hat Denise Born nicht abgeschreckt

"Meine Tochter wird auch künftig Crepes backen", sagt sie. Als sie gehört habe, dass die Fuchshöhle frei wird, habe sie nicht gezögert, sich zu bewerben. "Gleich am nächsten Tag habe ich mich bei den Adlers gemeldet", erzählt sie. Auch die schwierige Corona-Zeit und die lange Schließung des "Kaffeeladens" habe sie nicht abgeschreckt, sich mit der "Fuchshöhle" zu vergrößern. "Zum Glück habe ich nicht jeden Cent ausgegeben und kann jetzt für das neue Vorhaben meine Reserven in die Hand nehmen", sagt sie.

Keine weiteren Pächterwechsel in Bad Säckingen

Neue Ideen hat sie für das Restaurant. Im Kellergewölbe des historischen Hauses will sie kleine Empfänge ausrichten, bei denen Häppchen und Alkoholisches serviert wird. Sie kann sich vorstellen, im Restaurant Themenwochen zu veranstalten, etwa mit französischer Küche oder bayerischer zu Oktoberfest-Zeiten. Am ersten Juli-Wochenende will sie öffnen.

Die Suche nach Nachfolgern dauern nicht lange

Auch Ingrid Groschupp musste nicht lange suchen, um eine Nachfolgerin für die Räume des "Flair" zu finden. Enza Caputo erhofft sich in der Rheinbrückstraße, in die sie am 18. Juni umzieht, mehr Laufkundschaft. Zudem kann sie ihr Sortiment an italienischen Süßigkeiten, Panettone, Marshmellows, Candies oder Kaffeekochern erweitern.

Auch sie will sich von Corona nicht abschrecken lassen. "Man muss etwas riskieren", meint sie. Zwar hatte sie ihren Laden "Sweet & Love" während des Lockdowns längere Zeit geschlossen, weil so wenig los war in der Stadt und niemand vorbeikam. "Als ich wieder aufgemacht habe, war ich aber zufrieden mit dem Umsatz." Da sie Lebensmittel verkauft, hofft sie, dass sie, falls je wieder ein Lockdown kommt, trotzdem das Geschäft auflassen kann. Wie es mit den Räumen des alten Ladens weitergeht, ist noch unklar.

Ein Schneider schließt das Geschäft wegen Corona-Erkrankung

Elisabeth Vogt von der Wirtschaftsförderung weiß von keinen weiteren Pächterwechseln in Bad Säckingen im Zuge der Corona-Krise. Nur ein Schneider musste schließen, weil er so sehr an Corona erkrankte, dass er seinen Betrieb nicht weiterführen kann. Vogt hofft nun, dass sich das Leben in der Stadt bald normalisieren wird. Ein Problem sieht sie allerdings: "Die Baustellen sorgen nicht gerade dafür, dass man gerne bummelt." Nach Auskünften der Stadtwerke dürfte die Baustelle in der Fischergasse noch bis zu den Sommerferien bestehen bleiben. Bis Mitte Juni soll der Spitalplatz fertig sein.