Kaiserstuhl

In Breisach und Ihringen ist Shopping ohne Termin wieder möglich

Dirk Sattelberger & Gerold Zink

Von Dirk Sattelberger & Gerold Zink

Sa, 08. Mai 2021 um 09:24 Uhr

Breisach

Einzelhändler freuen sich über einen weiteren Schritt in Richtung Normalität und die Erlaubnis, wieder Kunden ohne Termin begrüßen zu können. Doch Kunden aus Frankreich und Touristen fehlen weiterhin.

Mit großen Erwartungen schauen die Einzelhändler auf die Erlaubnis, ab sofort Kunden ohne Termin in ihren Geschäften begrüßen zu können. Möglich machen dies die anhaltend niedrigen Coronazahlen im Landkreis. Verbunden ist damit auch die Hoffnung, dass bald wieder Menschen aus Frankreich ungehindert über die Grenze nach Breisach fahren, wie eine BZ-Umfrage zeigt.

"Ich gehe davon aus, dass es auch im Einzelhandel in Breisach jetzt zu einem Aufschwung kommt", sagt Hans-Peter Geppert, Vorsitzender des Breisacher Gewerbevereins. Er kenne viele Menschen, "die sitzen wie festgebunden daheim und brennen darauf, wieder ins normale Leben zurückzukehren". Und dazu gehöre auch ein zwangloser Einkauf, zum Beispiel in einem Bekleidungs- oder Schuhgeschäft.

Als nächstes die Gastronomie?
Hans-Peter Geppert verhehlt nicht, dass viele Einzelhändler und Unternehmer anderer Branchen die Einnahmen dringend brauchen. Denn über viele Monate seien die Umsätze eher mager gewesen. In diesem Zusammenhang ist es ihm wichtig, auch für die Gastronomen eine Lanze zu brechen: "Sie haben im vergangenen Jahr bewiesen, dass sie es im Griff haben und die Gäste bei ihnen die Hygienevorschriften gut einhalten können. Es ist höchste Zeit, dass sie nun eine Öffnungsperspektive erhalten."

Bei den Mitgliedern des Breisacher Gewerbevereins spürt der Vorsitzende derzeit noch viel Frust über die Lockdown-Phasen und das schlechte Wetter, das nicht gerade zu einem Einkaufsbummel einlade. Gleichzeitig spürt er auch einen vorsichtigen Optimismus, weil nun Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei. "Bei einer Inzidenz von unter 50 müssen wir jetzt dringend Schritt für Schritt ins normale Leben zurückkommen", betont er. Selbst wenn dies geschehe, hätten die Geschäftsinhaber immer noch schwierige Monate vor sich. Denn sie müssten gleichzeitig Besucher in ihre Läden locken und Waren online anbieten. Geppert hofft, dass alle Gewerbetreibenden die Pandemie überstehen oder wenigstens mit einem blauen Auge davonkommen. Eine gute Nachricht sei, dass bislang in Breisach pandemiebedingt wohl noch kein Geschäft geschlossen habe.

Französische Kunden fehlen
Optimistisch schaut auch Angela Schweizer in die Zukunft, die mit ihrem Mann Thomas in Breisach einen Haushaltswarenladen und ein Fahrradgeschäft betreibt. "Ich freue mich natürlich über die niedrigen Coronazahlen im Landkreis, werde aber weiter obervorsichtig sein", sagt sie über Maskenpflicht und Mindestabstände in ihrem Geschäft. Sie hofft, dass Ende des Monats die Impfquote und die Kundenzahlen weiter steigen. Noch fehlen die französischen Kunden, sagt Angela Schweizer. Bei den Haushaltswaren und Geschenken kann nun spontan von 9 bis 17 Uhr eingekauft werden, während es bei den Rädern zunächst bei Terminvergaben bleibt.

Alexandra Beying-Lang hat mit ihrem Wäschefachgeschäft Miss B am Breisacher Marktplatz bislang "Meet and collect" betrieben, also Einkaufen mit Termin, aber die "Leute waren sehr verunsichert", berichtet die Geschäftsführerin. Alexandra Beying-Lang kann seit gestern wieder spontane Kunden bedienen und freut sich auf die nächsten Wochen und Monate. Sie glaubt, dass die erhoffte Öffnung der Gastronomie und der Hotels sowie die Aufhebung der Reisebeschränkungen das Geschäft wieder beleben werden. "Uns fehlen noch die französischen Kunden, die Schiffstouristen und die Ausflügler", sagt sie-

Matthias Müller vom Ihringer Modegeschäft Lifestyle Fashion Store "freut sich extrem" auf die Öffnung. "Wir haben seit 8. März mit Click and meet geöffnet, aber die meisten Leute sind zögerlich, wenn es darum geht, mit Termin einkaufen zu gehen", sagt Matthias Müller, der mit Petra Abel das Geschäft führt. Er vermutet, dass viele Kunden bei einem Einkaufstermin einen Erwartungsdruck fühlen, etwas kaufen zu müssen. Doch das ist erst mal Schnee von gestern: "Jeder lechzt nach Normalität, und dazu gehört auch, ungezwungen ausprobieren und einkaufen zu können", sagt Matthias Müller.

Der Vorsitzende des Ihringer Gewerbevereins Mathias Birmele setzt bei der Geschäftsöffnung auf Impulse durch den Fremdenverkehr; wenn auch das Reisen wieder erlaubt sei, könne der damit verbundene Aufschwung Geschäfte und Gaststätten in Ihringen erreichen. "Es ist ganz wichtig, dass als nächstes die Gastronomie in den Normalbetrieb übergehen kann", betont Mathias Birmele.