Zweite Inzidenzstufe

Welche Regeln wurden in den Kreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut verschärft?

Max Schuler und BZ

Von Max Schuler & BZ-Redaktion

Di, 03. August 2021 um 18:00 Uhr

Südwest

Seit fünf Tagen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in den Kreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut über dem Schwellenwert 10. Von den neuen Regeln sind auch Shisha-Bars betroffen.

Auf dem Gebiet des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald und des Kreises Waldshut ist die Sieben-Tage-Inzidenz von 10 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner seit dem 29. Juli und somit an fünf aufeinander folgenden Tagen überschritten. Ab Dienstag, 3. August, gilt dort die Inzidenzstufe 2.



Wieso steigen die Zahlen wieder?

Im vergangenen Sommer und Herbst nahmen die Infektionszahlen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald deutlich später wieder zu. Damals gab es allerdings auch noch nicht so ein umfangreiches Testkonzept. Das Gesundheitsamt führt den jetzigen Anstieg auf die Öffnungsschritte und die derzeit sehr moderaten Einschränkungen zurück. "Auch der frühere Beginn der Reisetätigkeit umgehend nach Lockerung der Maßnahmen hat wieder zu vermehrtem Eintrag von Covid-Erkrankungen geführt, die dann Ansteckungen im engeren Umfeld nach sich zogen", sagt Pressesprecher Matthias Fetterer vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Derzeit gibt es aber kein größeres zusammenhängendes Ausbruchsgeschehen im Landkreis. "Es sind Einzelfälle und deren Kontaktpersonen betroffen", so Fetterer. Für die Neuinfektionen ist derzeit vor allem die Delta-Variante verantwortlich.

Wie ist der Impffortschritt?

Vollständig geimpft sind derzeit 53,5 Prozent der Menschen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Eine Impfung haben 61,2 Prozent erhalten. Aktuell werden im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Müllheim 150 bis 200 Impfungen am Tag verabreicht. Das KIZ war ursprünglich für 750 Impfungen konzipiert worden, hatte zuletzt aber seinen Betrieb aufgrund der geringen Nachfrage eingeschränkt. Um die Impfquote zu erhöhen wurden in zehn Kommunen "Vor-Ort-Impfaktionen" angeboten, bei denen sich im Durchschnitt 65 Menschen impfen ließen. Weitere solcher Aktionen könnten folgen. Auch in einzelnen Schulen waren mobile Impfteams präsent. "Die Resonanz auf die Impfungen an Schulen war aber eher verhalten", sagt Fetterer.

Welche Regeln haben sich verschärft?

  • Die Kontaktbeschränkungen werden von derzeit maximal 25 Personen nun wieder auf vier Haushalte und maximal 15 Personen beschränkt. Kinder dieser vier Haushalte und bis zu fünf weitere Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen nicht mit. Ebenfalls nicht mitgezählt werden Geimpfte sowie Genesene.
  • An privaten Veranstaltungen wie Geburtstags-, Hochzeitsfeiern und Ähnlichem dürften dann statt maximal 300 Personen nur 200 teilnehmen. Immer gilt: Bei Feierlichkeiten in geschlossenen Räumen ist ein 3-G-Nachweis (getestet, geimpft oder genesen) nötig, bei Festen komplett im Freien nicht.
  • Öffentliche Veranstaltungen: Im Freien maximal 750 Personen (statt 1500), ab 200 Teilnehmern mit Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen sind maximal 250 Teilnehmer zugelassen (statt 500). Es kann auch 20 Prozent der Kapazität belegt werden ohne 3G (bisher 30 Prozent) – oder 60 Prozent mit 3G.
  • Bei der Gastronomie sind die Diskotheken besonders betroffen. Die müssen bei einer Inzidenz über 10 geschlossen bleiben. Außerdem ist das Rauchen im Innenraum untersagt – was hauptsächlich Shisha-Bars trifft.
  • Bei Wettkampfveranstaltungen im Sport sind im Freien nur 750 Personen (statt zuletzt 1500) erlaubt, ab 200 Personen besteht Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen sind maximal 250 Personen zugelassen – oder maximal 20 Prozent der Kapazität ohne 3G oder 60 Prozent der Kapazität mit 3G.
Maßgeblich sind die durch das Landesgesundheitsamt veröffentlichten Inzidenzen, die täglich im BZ-Dashboard zu finden sind. Liegt ein Kreis fünf Tage in Folge unter einem der Grenzwerte – also "stabil", treten die Regelungen der jeweiligen Inzidenzstufe am folgenden Tag in Kraft. Liegt sie fünf Tage in Folge über einem der Grenzwerte – bis Ende Juni genügten dafür drei Tage – tritt sie wieder außer Kraft und es gilt die jeweils nächste Stufe. Bei einem sich umkehrenden Trend, spätestens bei lokaler Überschreitung des Notbrems-Schwellenwerts von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, werden wieder zusätzliche Maßnahmen ergriffen.


Diese und weitere Datengrafiken zur Corona-Pandemie in Baden-Württemberg und aller Welt zeigen wir täglich aktuell im BZ-Dashboard.

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