Infektionskrankheit

In Pakistan könnte Polio ausgerottet sein

dpa

Von dpa

Fr, 17. September 2021 um 18:22 Uhr

Panorama

In Pakistan gibt es nach stark sinkenden Polio-Zahlen Hoffnung auf eine Ausrottung der Krankheit. Laut Behörden ist in den vergangenen Monaten keine einzige Wildtyp-Infektion gemeldet worden.

In den vergangenen sieben Monaten sei nicht eine Polio-Infektion mit dem Wildtypus gemeldet worden, teilten Behördenvertreter am Freitag mit.

Zuletzt war im Januar dieses Jahres eine Polio-Infektion bei einem Kind in einer abgelegenen Stadt der südwestlichen Provinz Baluchistan festgestellt worden. "Das ist der einzige Fall, den wir in diesem Jahr verzeichnet haben", sagte Shahzad Baig, der Leiter des UN-finanzierten Polio-Ausrottungsprogramms des Landes.

Im Vorjahr waren noch 84 Fälle dokumentiert worden und im Jahr 2019 insgesamt 147. Der nun verzeichnete Rückgang werde als großer Erfolg gesehen, sagte Baig. Er führte diesen auf eine geänderte Impfpolitik zurück. Man habe zuletzt mehr auf Kinder in jenen Gebieten des Landes abgezielt, in denen Eltern den Impfstoff ablehnen. Von militanten Islamisten werden immer wieder unwahre Gerüchte gestreut, die Impfungen würden Kinder unfruchtbar machen. Zudem hätten auch Bewegungsbeschränkungen während der Coronavirus-Pandemie und eine besseres Hygiene beigetragen, die Zahl der Erkrankungen zu senken, sagte Shahzad Baig weiter.

Pakistan startete 1994 ein Programm zur Bekämpfung der Kinderlähmung. Die Krankheit ist in den allermeisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan weltweit das einzige Land, in dem es im vergangenem und in diesem Jahr Erkrankungen mit dem Wildtyp des Poliovirus gegeben hat. Immer wieder werden Impfkampagnen in Pakistan von gewaltsamen Zwischenfällen durch Extremisten überschattet.