Infofahrt zu den "Dreisam-Stromern"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 10. Februar 2020

Weisweil

Auch in Waldkirch trägt man sich mit der Idee, einen ähnlichen Bürgerbus zu organisieren.

WALDKIRCH/KIRCHZARTEN (BZ). Die Stadtverwaltung Waldkirch und der Stadtseniorenrat luden interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Fahrt nach Kirchzarten ein. Ziel war ein Treffen dort mit den "Dreisam-Stromern". Die Idee des Bürgerbusses lebt vor allem vom ehrenamtlichen Engagement, die Aktiven des Vereins stellen im wahrsten Sinn des Wortes "Mobilität" auf die Beine. Auch in Waldkirch trägt man sich mit der Idee, einen solchen Bürgerbus zu organisieren.

Seit fast drei Jahren fährt der "Dreisam-Stromer" als Bürgerbus im eigenen Liniennetz. Mittlerweile hat sich eine feste Fahr- und Mitfahrergemeinschaft gebildet. Regelmäßig wird der Bus für Arztbesuche, Behördengänge, Einkäufe oder Freizeitaktivitäten genutzt. Sieben Fahrgäste können Platz nehmen, Rollatoren oder Kinderwagen können mitgenommen werden. Ein elektrischer Lift ermöglicht die Mitfahrt auch für Rollstuhlfahrer.

Nach ausgiebiger Besichtigung des Fahrzeugs ging es ins Rathaus. Vorsitzender Stefan Saumer präsentierte sehr engagiert die Entwicklung und Arbeitsweise des Vereins. Busfahrer oder Busfahrerin seien nicht nur "Fahrzeugführer", sondern oft auch Zuhörer und Ratgeber für Mitfahrende. Die aktiven Mitglieder übernehmen die Organisation des Linienbetriebes, Fahrpläne werden erarbeitet, Einsatzpläne aufgestellt und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Erfreulicherweise unterstützen viele passive Mitglieder die Arbeit durch Beiträge und Spenden.

Natürlich funktioniert das alles auch nur mit weiteren starken Partnern, die von Beginn dabei waren: Energie und Wasser Kirchzarten (EWK-impuls), die Kommune, das Busunternehmen Hummel, örtliche Banken und Unternehmen. Interessant für die Waldkircher war, dass es in Kirchzarten "Mitfahrbänkle" gibt, hier wird ein Halt durch ein Winkzeichen ("Wink und fahr") dem "Dreisam-Strom-Winker", gegeben – ein weißes "H" auf blauem Grund. Immerhin, so berichteten die Waldkircher, gibt es ein Mitfahrbänkle beim Bahnhof in Waldkirch, dort kann durch die "Rote-Punkt-Karte" signalisiert werden, dass man gerne zur BDH-Klinik mitgenommen werden will.

Weitere Mitfahrbänkle, so waren sich die Waldkircher einig, seien sicher notwendig, auch schon, wenn die Elztalbahn ab 1. März umgebaut wird. Zahlreiche Fragen zur besten Organisationsform, Finanzierung, Sponsorensuche und Versicherung wurden beantwortet. Es wurde zugesichert, sich zu einem weiteren Treffen in Waldkirch einzufinden, um mit Rat und Tat bei der Initiierung eines Waldkircher Bürgerbus-Konzepts zu helfen.

Begleitet wurde die Fahrt auch vom Busunternehmen Rother. Da der "Dreisam-Stromer" in Kirchzarten vom örtlichen Busunternehmen Hummel getragen wird, nutzte Geschäftsführer Jan Rother die Möglichkeit zum kollegialen Austausch. Die Initiativgruppe "Bürgerbus für Waldkirch" wird von der "Allianz für Beteiligung" mit unterstützt.