Initiative

Bundestagsabgeordnete sehen Corona-Pandemie als Chance für Sexkaufverbot

Bernhard Amelung

Von Bernhard Amelung

So, 31. Mai 2020 um 18:48 Uhr

Südwest

In Corona-Zeiten ist der Kauf sexueller Leistungen verboten. Politiker aus CDU und SPD wollen, dass es auch künftig so bleibt. Sexarbeiterverbände widersprechen und drängen auf Öffnung.

Wegen der Corona-Pandemie sind Bordelle derzeit geschlossen. Das soll so bleiben, fordern mehrere Bundestagsabgeordnete, darunter der Emmendinger Johannes Fechner (SPD). Die Krise habe gezeigt, dass Frauen in der Prostitution wie Ware behandelt werden, schreiben sie in einem Brief an die Regierungschefs der Länder. Sexarbeiterverbände widersprechen und drängen auf Öffnung.

Noch bis einschließlich 14. Juni gilt die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. So lange müssen Prostitutionsstätten geschlossen bleiben. Davon betroffen sind rund 3 500 offiziell angemeldete Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter. Sie können ihrer Arbeit nicht nachgehen.

Dass dies auch weiter so bleibt, fordern 16 Bundestagsabgeordnete aus Union und SPD. In einem Brief an die Ministerpräsidenten der Länder warnen sie vor einer Öffnung der Bordelle. Zu befürchten seien neue Infektionsherde. Prostitution habe "die epidemiologische Wirkung eines Super-Spreaders", heißt es in dem Schreiben.
Corona-Krise: Prostitution ist zurzeit untersagt – doch nicht alle halten sich daran
Der SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner, zuständig für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr im Bundestag, ist einer der Unterzeichner des Briefes. Ihm und seinen 15 Mitunterzeichnern, darunter der ...

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