Fußball
Ist der Wendpunkt beim Freiburger FC erreicht?
Nach tristen Jahren strebt der Freiburger FC als Absteiger in der Landesliga wieder nach Höherem. Wie wollen sie das am Dietenbach-Park bewerkstelligen?
Sa, 30. Aug 2025, 17:41 Uhr
Landesliga Staffel 2
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Klar, will er gewinnen. Und selbstredend nehme man einen Aufstieg gerne an. Aber am späten Montagnachmittag hat Mohamed Daoudi andere Dinge auf dem Herzen. Dinge, die ihn stärker bewegen. Der 31-Jährige ist Trainer des Freiburger FC. Der FFC ist in der Breisgaumetropole ein klangvoller Name. Aber mit klangvollen Namen ist das so eine Sache.
Einst verhieß der Club, der heute im Dietenbach-Sportpark aufläuft, vor allem eins: sportliche Klasse. Denn zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, nämlich 1907, wurde der FFC gar deutscher Fußballmeister. Der FFC, nicht der SC, war damals die große Nummer in der Münsterstadt.
Viele Jahre später wurde der FFC aber zum Achterbahnclub. Es folgten immer wieder turbulente Zeiten. Bis in die siebtklassige Landesliga war der Club Anfang der 2000er-Jahre abgerutscht. Der Glanz der alten Tage: Er war einfach weg. Erst mit Trainer Ralf Eckert gewann der Verein damals wieder an sportlichem Zug und Charakter. Chaos – so lautete der kecke, freche, aber sympathische Ansatz, den Eckert, der mittlerweile beim Sportclub Freiburg agiert, dem FFC verpasste.
Als Ralf Eckert den FFC verließ, beginnt die Abwärtsentwicklung
Als Eckert aber vor mehr als einem halben Jahrzehnt die Reißleine zog, begann beim FFC eine erneute Abwärtsentwicklung. Bisheriger Tiefpunkt: der Abstieg aus der Verbandsliga vergangene Saison. Der Freiburger FC kickt nun wieder in der Landesliga.
Und damit zurück zu Daoudi. Und den Dingen, die ihn umtreiben. "Wir wollen eine positive Energie ausstrahlen", sagt er. "Wir wollen an unserem Image arbeiten, energiereich und vital sein. Wir wollen gute Charaktere haben und nicht nur eine Talentschmiede sein. Wir wollen Clubzugehörigkeit schaffen und begeistern." Sätze, die an Eckert erinnern.
"Deshalb stört es uns nicht, wenn wir in den Medien oder bei der Konkurrenz als Favorit gelten, wir arbeiten demütig und konzentriert", verspricht Daoudi, der beim Freiburger FC bereits das U-19-Team und die U-23-Mannschaft trainierte.
Vier Punkte aus zwei Punktspielen, aber im Pokal gegen Bahlingen
Der Saisonstart verlief in Ordnung. Nach zwei Spielen stehen bei den Dietenbach-Kickern vier Punkte auf dem Konto. Man befindet sich im Soll. "Man sieht aber auch, wie es laufen kann", erklärt der Trainer der Rotjacken.
Im ersten Spiel gegen Mitfavorit Lörrach habe man ein super Spiel gemacht, am Ende sprang aber nur ein Unentschieden heraus (2:2). Gegen Emmendingen (2:0) hingegen sei der Sieg etwas glücklich gewesen. "Stand jetzt ist deshalb alles Ok", findet Daoudi.
Im südbadischen Verbandspokal wurde die erste Runde überstanden, doch in Runde zwei gab es am vergangenen Mittwochabend das Aus. Allerdings nicht überraschend. Cup-Verteidiger und Regionalligist Bahlinger SC war eine Nummer zu groß. Am Ende setzute sich der Favorit deutlich durch – 4:0.
Im Sommer musste der FFC einen gewaltigen Umbruch verwalten. 15 neue Spieler hatte der Cheftrainer einzubauen. Auch einige mit höherklassiger Erfahrung: Angreifer Ali Ibrahim kehrte vom Bahlinger SC zurück. Auch Matej Babic, David Dantis, Jakob Amann, Ivan Vukadin und Colin Kanwischer trugen einst das BSC-Trikot.
Aggressives Anlaufen ist gefragt
Wie will Daoudi diese Spieler zu einer Einheit formen? In erster Linie mit einer klaren Identität. "Die FFC-DNA besteht aus zocken, zocken, zocken", erklärt er. Straßenfußball made in Freiburg. Von seinem Team erwartet er vor allem, dass es den Gegner aggressiv anläuft. Wobei er aktuell im Gegenpressing und beim Timing in den Positionierungen noch Potential sieht.
Überhaupt passiert im Dietenbach gerade viel. Ende des Jahres sollen die Arbeiten für ein 6,2-Millionen-Euro-Bauprojekt abgeschlossen sein. Danach hat der Verein eine Kita und ein neues Vereinsheim. Bausteine für eine erfolgreiche Zukunft. So hoffen sie.
Zum Thema Zukunft sagt der Trainer: "Wir freuen uns über einen Aufstieg, aber wir machen uns keinen Druck." Gelingt das, könnte Mohamed Daoudi im Dietenbach-Park auf den Spuren von Ralf Eckert wandeln. Es wäre dem Club irgendwie zu wünschen.