"Jammern über die globale Online-Konkurrenz gilt nicht"

Jim Clevett

Von Jim Clevett

Mo, 25. Mai 2020

Weil am Rhein

AUS DER PARTNERSTADT: In Bognor Regis haben Gewerbetreibende eine Website für die Angebote lokaler Anbieter geschaffen / Erfolgreicher Jungforscher.

. Wie sich die lokale Geschäftswelt in der englischen Partnerstadt in Corona-Zeiten zu helfen weiß, beschreibt James Clevett in seinem jüngsten Brief aus Bognor Regis.

"Shop.Live.Be.Bognor Regis": Unter diesem Titel hat die Bognor Regis BID, ein Zusammenschluss von Gewerbe, Gastronomie und vielen Vereinen und Initiativen, im April eine Website aufgebaut, um auf die Vielfalt der Angebote zur gegenseitigen Hilfe und vor allem über die lokalen Online-Angebote konzentriert zu informieren.

Jammern über die globale Online-Konkurrenz gilt nicht: Mit der Website soll den Einwohnern der Region ein Instrument an die Hand gegeben werden, um weiterhin lokale Anbieter zu unterstützen.

Die Koordinatorin Heather Allen freute sich, mit 30 Anbietern zu starten: "Wir wollten eine Plattform schaffen, mit der unsere fantastischen lokalen Anbieter ihre Kundschaft darüber informieren können, was sie online alles zu leisten imstande sind", sagte sie. "In einer lächerlich kurzen Zeit ist das Leben hier zum Stillstand gekommen, und längst nicht alle kamen damit zurecht," so die engagierte Triebfeder des Projektes.

Ein Vertreter der Kreisverwaltung ist bereits an Covid-19 gestorben: Dave Thompson galt als sehr beliebt und war 23 Jahre lang in der Sozialabteilung des Arun District tätig. Noch hat das Coronavirus England im Griff wie kein anderes europäisches Land. In unserer Region West Sussex sind aktuell 1269 Menschen positiv getestet worden. Auf 100 000 Einwohner kommen rund 148 Infizierte. Im Vereinigten Königreich sind laut WHO inzwischen mehr als 250 000 Menschen infiziert, mehr als 36 000 sind in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Das Bognor Regis War Memorial Krankenhaus ist eine Drive-in-Teststation geworden für alle, die zu den Gefährdeten gehören. Dazu zählen auch Pfleger, Ärzte und Mitarbeiter in allen öffentlichen Bereichen. Am 24. April feierte das Krankenhaus seinen ersten genesenen Patienten mit einem "Applaus-Spalier".

Froh stimmte auch der Erfolg eines jungen Achtklässlers von der Regis School. Aston Hossack gehörte zu den 300 Finalisten des landesweiten "Big Bang"-Wettbewerbs für junge Wissenschaftler und Nachwuchs-Ingenieure. Mit seinem spannenden Projekt schaffte er es auf den zweiten Platz. Seine Forschungsfrage lautete: "Kann mein Hamster genügend Strom für meine Glühbirne liefern?" Das Hamsterrad muss ihn wohl angeregt haben. Die Corona-Krise hatte die Bedingungen des Wettbewerbs erschwert. Die Teilnehmer mussten ein Video einschicken, in dem sie ihr Projekt vorstellten. Die Jury war nicht nur angetan von vielen neuen Ideen, sondern auch von den souveränen Auftritten vieler Teilnehmer.