Thelonious Monk

JAZZ: Unglaubliche Spielfreude

Andreas Collet

Von Andreas Collet

Do, 22. Oktober 2020

Rock & Pop

Manche Geschichten sind fast zu schön, um wahr zu sein – und doch sind sie genau so passiert. Eine solche rankt sich um die neu entdeckten Aufnahmen des Thelonious MonkQuartet, entstanden 1968 in Zeiten von Rassenunruhen, in Palo Alto, einer größtenteils weißen Universitätsstadt. Ein 16-jähriger Teenager wollte sich damals einen Traum erfüllen. Der musikbegeisterte Danny Scher hatte die tollkühne Idee, seinen Helden an seiner Schule auftreten zu lassen, um für mehr Zusammenhalt und Empathie innerhalb der Stadt zu werben und zugleich Spenden für seine Highschool zu sammeln. Und dieses Wagnis, dessen Gelingen anfänglich niemand für möglich hielt, sollte zu einem Fest für beide werden. Die sieben Stücke, die Monk, Charlie Rouse am Tenorsaxophon, Bassist Larry Gales und Ben Riley am Schlagzeug an diesem 27. Oktober zum Besten geben, wurden mit schier unglaublicher Spielfreude und Intensität dargeboten und dürfen zu seinen besten Live-Einspielungen gezählt werden. So steht die eindringliche Ballade "Ruby My Dear" neben "Well You Needn’t" mit seinem kauzigen Swing. Allein am Klavier und mit der Nummer "I Love You Sweetheart Of All My Dreams" schließt der Meister den Reigen.

Thelonious Monk: Palo Alto
(Impulse!/Universal).